US-Forscher entwickelten elektrische Krankenschwester

12. Jänner 2000, 21:24

Roboter "Flo" soll alten Menschen helfen

Paris - "Florence" heißt die Dame mit vollem Namen, und vielleicht wird sie bald die beste Freundin aller Senioren sein: Wissenschafter der Universität Pittsburgh entwickelten einen enorm vielseitigen Roboter, der alten und chronisch kranken Menschen im Alltag helfen soll, wie die britische Zeitschrift "Weekly Science" am Mittwoch vorab berichtete.

Kann sprechen und sich eigenständig auf Rollen fortbewegen

"Flo", wie die Erfinder ihren Roboter nennen, ist etwa 1,50 Meter groß, kann sprechen und sich eigenständig auf Rollen fortbewegen. Auf der Brust ist ein Bildschirm angebracht, und darüber thront ein freundlich blickender runder Kopf mit einem großen roten Mund und blauen Kugel-Augen. Im Inneren steckt ein Computer, der für die Bedürfnisse von Alten und Kranken programmiert ist.

"Flo" soll als eine Art Krankenschwester dienen, ihre "Patienten" auf Schritt und Tritt begleiten und etwa daran erinnern, ihre Medikamente zu nehmen, auf die Toilette zu gehen oder zum Doktor. Auch bei körperlichen Gebrechen wie Arthritis soll "Flo" helfen: Auf Anweisung kann sie Konserven und Medikamenten-Packungen öffnen, auch den Kühlschrank oder die Waschmaschine.

Arzt per e-mail

Über den Bildschirm kann der Roboter auch für den Patienten einen direkten Kontakt zu seinem Arzt herstellen. "Flo" ist auch ausgerüstet, um laufend den Gesundheitszustand zu überprüfen, zum Beipiel Blutdruck und Herzfrequenz. Falls ein akutes Problem auftritt, verständigt der Roboter per e-mail sofort den Arzt.

Nicht zuletzt wollen die US-Forscher herausfinden, ob ein Roboter wie "Florence" dazu beitragen kann, die Vereinsamung vieler alter Menschen zu verhindern. Bei einem Auftritt kürzlich in einer Fernsehshow jedenfalls unterhielt sich "Flo" angeregt mit der Moderatorin und vergaß nicht, sich fürsorglich nach dem Tennisarm ihrer Gesprächspartnerin zu erkundigen.(APA)

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