Deutschland: Streit um Zukunft des Schlosses Lichtenburg

8. Oktober 2003, 11:10
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Von den Nationalsozialisten als KZ verwendet

Wittenberg - Im Streit um die Zukunft des von den Nazis als KZ genutzten Schlosses Lichtenburg im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt suchen Verfolgte des Nazi-Regimes jetzt Hilfe im Ausland. Es sei ein Skandal, dass dieses einmalige historische Mahnmal verfalle und verkauft werden solle, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichen Schreiben an die Botschafter Russlands, Frankreichs, Großbritanniens, Israels und der USA.

Nunmehr solle die Gedenkstätte im Schloss sogar wegen Geldmangels geschlossen werden. Der Interessenverband ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand bittet die Staaten darum, sich für einen Erhalt der Gedenkstätte bei Wittenberg einzusetzen. Die Bundesrepublik als Eigentümer will das Schloss seit langem an einen Investor verkaufen. Berlin und Sachsen-Anhalt sehen sich aus Geldmangel nicht in der Lage, es als Gedenkstätte zu betreiben.

In Lichtenburg hatten die Nazis 1933 eines der ersten Sammellager errichtet. Mehr als 1.500 Häftlinge waren dort zeitweise eingesperrt, unter anderem prominente Hitler-Gegner wie der Sozialdemokrat Friedrich Ebert und der Gewerkschafter Wilhelm Leuschner. (APA/dpa)

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    Kleidung von KZ-Häftlingen, ausgestellt in Schloss Lichtenburg (2001)

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