Telekom Austria will Mobiltel ohne Kapitalerhöhung übernehmen

9. Oktober 2003, 10:58
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Nach Aufsichtratssitzung: TA weiterhin an Mobiltel-Beteiligung interessiert

Die börsenotierte Telekom Austria (TA) will die bulgarische Mobilfunkfirma Mobiltel ohne vorherige Kapitalerhöhung übernehmen. "Die Telekom Austria hat vor, sich um eine Beteiligung an der Mobitel in Bulgarien zu bewerben". Die Struktur der geplanten Transaktion sei "derart gestaltet, dass eine Kapitalerhöhung nicht erforderlich sein wird", hieß es nach der Aufsichtsratssitzung aus der TA zur APA.

Kauf "bei positiven Rahmenbedingungen" Anfang 2004 realisierbar

Letzten Angaben zufolge kann die TA bis zu 400 Mio. Euro für eine allfällige Mobiltel-Übernahme aus dem Cash Flow finanzieren. Der Kauf der Mobiltel wäre "bei positiven Rahmenbedingungen" Anfang 2004 realisierbar - allerdings nur, wenn die TA "mindestens 50 Prozent und eine Aktie" übernehmen könne, hatte TA-Generaldirektor Heinz Sundt zuletzt betont. Denkbar wäre auch eine 100-Prozent-Übernahme.

Knackpunkt bei der MobilTel-Übernahme ist wie berichtet der Preis. Die TA will Branchenkreisen zufolge deutlich weniger als die zuletzt in den Medien als Kaufpreis genannten 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro zahlen. Die jetzigen Mobiltel-Eigentümer - der österreichische Industrielle und Ex-ÖVP-Obmann Josef Taus und seine Management Trust Holding AG (MTH), Cordt & Partner, die Bawag/P.S.K.-Gruppe und die MS Privatstiftung des Geschäftsmanns Martin Schlaff - hatten die MobilTel im Jänner 2002 für 600 Mio. Euro übernommen.

Nicht alleine

Medienberichten zufolge überlegen auch die ungarische Matav, Tochter der Deutschen Telekom, der britische Mobilfunk-Weltmarktführer Vodafone sowie die skandinavischen Telekomkonzerne Telenor und Telia-Sonera einen Einstieg in den bulgarischen Mobilfunkmarkt und bei der MobilTel. Die Telekom Austria mit ihrer Mobilfunktochter Mobilkom Austria gilt jedoch laut einem jüngsten Bericht des "Handelsblatts" als Favorit.

Die MobilTel wäre die vierte Auslandstochter der TA. Derzeit ist die Telekom über die Mobilkom in Slowenien, Kroatien und Liechtenstein aktiv. Laut TA-Mobilfunkchef Boris Nemsic liegt Bulgarien im "strategischen Interessensgebiet der Mobilkom". Der bulgarische Mobilfunkmarkt sei angesichts der 29-prozentigen Handy-Marktdurchdringung ein "Markt mit Wachstumschancen".

Marktanteil von 72 Prozent

Mit mehr als zwei Millionen Kunden und einem Marktanteil von 72 Prozent ist die MobilTel mit Abstand die Nummer eins auf dem bulgarischen Mobilfunkmarkt. In diesem Jahr will das bulgarische Unternehmen 425 Mio. Euro umsetzen, ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 260 bis 270 Mio. Euro einfahren und unterm Strich etwa 170 Mio. Euro Gewinn erwirtschaften. Für die TA erwarten Analysten heuer einen Nettogewinn von rund 120 Mio. Euro. (APA)

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