Internet-Piraterie: Drei Australier plädieren auf schuldig

9. Oktober 2003, 10:47
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Musikindustrie fühlt sich verraten

Die drei Studenten im Mittelpunkt von Australiens erster Anklage wegen Internet-Piraterie plädieren auf schuldig. Peter Tran, Tommy Le und Charles Ng haben nach Angaben der Musikindustrie einen Schaden von rund 60 Mio. Australischen Dollar (ca. 35 Mio Euro) verursacht und könnten trotzdem mit einem blauen Auge davonkommen. Angeblich hätten sie einen Deal mit dem Commonwealth Director of Public Prosecutions (DPP) ausgehandelt, der ihnen im Gegenzug für ein Schuldeingeständnis ein nachsichtiges Urteil in Aussicht stellt. Dies berichtete Australian IT.

Fehlerhaftes Verfahren

Um dies zu verhindern versuchte Michael Speck, der Sprecher der Music Industry Piracy Investigations Agency (MIPI), sich vor Gericht Gehör zu verschaffen und warf dem DPP ein fehlerhaftes Verfahren vor. Dieser Eingriff wurde vom zuständigen Richter John Andrews jedoch abgeblockt, "da es für eine Organisation wie die MIPI unangebracht sei, in eine Aburteilung einzugreifen". Mit ihrer Forderung nach Rückvergütung der Ermittlungskosten kam die MIPI, eine Tochter der Australian Recording Industry Association, ebenfalls nicht durch.

Download-Service nach dem Vorbild von Napster

Die drei Studenten hatten mit DJ Ace ein illegales Download-Service nach dem Vorbild von Napster aufgezogen. Auf der Seite, die über sieben Mio. Zugriffe verzeichnete, waren 390 CDs und über 1.800 Musiktitel zu finden. Drei Monate war die MIPI den Studenten bereits auf den Fersen, bevor sie die australische Polizei informierte. Das Urteil über Le, Tran und Ng wird am 10. November verkündet. (pte)

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