Vize-Vorsitzender der deutschen NPD tritt in der Steiermark auf

3. Oktober 2003, 13:27
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Bei Politischer Akademie der laut DÖW "rechtsextremen" AFP in Riegersburg

Wien - Holger Apfel, stellvertretender Vorsitzender der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) und Chefredakteur des NPD-Organs "Deutsche Stimme", ist als Referent der 38. Politischen Akademie der laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) rechtsextremen AFP (Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik) angekündigt. Dieses Treffen findet heuer von 17. bis 19. Oktober im Gasthof Lasslhof im oststeirischen Riegersburg (Bezirk Feldbach) statt.

Apfel soll zum Thema "Nationale Identität bewahren - Nein zur EU-Osterweiterung und zum Beitritt der Türkei" sprechen. Der deutsche Verfassungsschutzbericht 2002 führt über Holger Apfel unter anderem an, dass er in einer Grußbotschaft zum Rudolf Heß-Gedenkmarsch in Wunsiedel den Hitler-Stellvertreter als einen der "größten Männer der deutschen Geschichte" bezeichnet hat.

In einem Bericht in der "Deutschen Stimme" über den NPD-Bundesparteitag 2002 bekannte sich Apfel laut Verfassungsschutzbericht zudem zur Kooperation mit den neonazistischen freien Kameradschaften. Diese waren vor kurzem in Zusammenhang mit den Verhaftungen einer mutmaßlichen rechtsextremen Terrorzelle in Deutschland in die Schlagzeilen geraten. Mit Klaus W., Autor in den laut DÖW neonazistischen und Holocaust leugnenden Vierteljahresheften für freie Geschichtsforschung, ist ein weiterer prominenter Vertreter der deutschen rechtsextremen Szene angekündigt.

Die Politische Akademie der AFP bot schon mehrmals Anlass für Schlagzeilen: So konnte sich der deutsche, im rechtsextremen und neonazistischen Milieu beheimatete Sänger Frank R. im Jahr 2000 gerade noch dem Zugriff der Staatspolizei entziehen. Im Jahr 2001 befand sich unter den Referenten der hohe NPD-Funktionär Sascha R., der laut dem deutschen Nachrichtenmagazin "Spiegel" regierenden deutschen Politikern 1998 im Fall einer "nationalen Revolution" mit dem Strang gedroht haben soll.

Das DÖW und andere Kenner des rechtsextremen Lagers haben in den vergangenen Monaten wiederholt auf die immer enger werdende Vernetzung der deutschen und österreichischen Szene hingewiesen. Zuletzt wichen die Organisatoren von neonazistischen Skinheadkonzerten mehrmals nach Österreich aus. (APA)

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