AKW Mochovce: Geschäftemacherei mit Atomkraft

3. Oktober 2003, 11:33
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3,5 Millionen Euro sollen beim Anbau versickert sein - Gegen 25 Verdächtige wird im Finanzskandal ermittelt

Bratislava/Wien - Finanzskandal rund um das slowakische Atomkraftwerk Mochovce. Innenminister Vladimír Palko bestätigte gestern offiziell, dass über dubiose Kanäle mindestens 3,5 Millionen Euro bei der Finanzierung der noch nicht fertig gestellten AKW-Blöcke 3 und 4 versickert sind. Die Polizei ermittelt derzeit gegen 25 Verdächtige.

In einer ersten Reaktion begrüßte Greenpeace heute die Untersuchungen der Polizei und forderte eine umfassende Untersuchung der Finanzierung des gesamten Atomkraftwerks, also auch der Blöcke 1 und 2. Die Umweltorganisation zeigte sich heute überzeugt, dass eine derartige Untersuchung aufdecken würde, wie viel Geld sinnlos bei der Errichtung von Atomkraftwerken verschleudert wird.

"Von Baubeginn bis heute ist in Mochovce Geld verschwendet worden. Sogar Innenminister Palko geht davon aus, dass die derzeit bekannte Summe von 3,5 Millionen Euro nur der Anfang sein wird", erklärt Juraj Rizman, Greenpeace-Sprecher in Bratislava. "Seit über 10 Jahren warnt Greenpeace vor der Finanzskandalen rund um Mochovce, niemand hat unsere Warnungen ernst genommen." (APA)

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