Frauen von Arbeitslosigkeit wieder stärker betroffen

8. Oktober 2003, 20:41
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AMS: Anstieg von 4,7 Prozent binnen einem Jahr zu verzeichnen

Wien - Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren erstmals seit Februar 2002 Frauen wieder stärker betroffen als Männer. Die Frauenarbeitslosigkeit hat gegenüber dem Vorjahr um 4.337 oder um 4,7 Prozent auf 97.405 zugenommen, bei den Männer wurde ein Zuwachs um 4.385 oder um 4,1 Prozent auf 111.097 verzeichnet.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die mehr als sechs Monate einen Job suchen, stieg im September im Jahresvergleich um 6,4 Prozent auf 45.639 Betroffene. Die Zahl der Arbeitslosen, die länger als ein Jahr vorgemerkt waren, erhöhte sich um 7.537 auf 20.357 Betroffene.

Jugendsarbeitslosigkeit gestiegen

Jugendliche waren auch im September stark vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Bei den 15- bis 18-Jährigen erhöhte sich die Zahl der Jobsuchenden um 9,8 Prozent auf 5.275 Jugendliche. Bei den 19- bis 24-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich um 9,3 Prozent auf 32.852 Jugendliche ohne Job. Insgesamt waren demnach 38.127 Jugendliche auf Arbeitssuche.

Im EU-Vergleich weist Österreich mit 7,4 Prozent (August 2003) die niedrigste Jugendarbeitslosenquote aus, gefolgt von den Niederlanden (7,5 Prozent; Juli), Irland (8,8 Prozent; August) und Dänemark (9,1 Prozent; Juli), heißt es dazu im Wirtschafts- und Arbeitsministerium. Die Jugendarbeitslosenquote sei im EU-Durchschnitt mit 15,7 Prozent (Juli) mehr als doppelt so hoch wie der österreichische Wert.

Über 50-jährige vergleichweise gut weggekommen

Während die Arbeitslosigkeit bei den 45- bis 50-Jährigen mit plus 5,1 Prozent überdurchschnittlich anstieg, war die Entwicklung bei den über 50-Jährigen mit einem Anstieg um 0,1 Prozent (+25 auf 43.092) vergleichsweise günstig. Wie in den Vormonaten war die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen mit -610 (-2,9 Prozent) rückläufig, während bei den 55- bis 59-Jährigen (+197; +1,1 Prozent) die Arbeitslosigkeit leicht zunahm. Bei den über 60-Jährigen war ein Zuwachs von 438 bzw. 10,9 Prozent feststellbar. Neben demographischen Faktoren ist die Zunahme auch auf die geänderten Zugangsbestimmungen in die vorzeitige Alterspension und den entsprechenden Begleitmaßnahmen im Arbeitslosenversicherungsgesetz zurückzuführen.

Zur Zeit verschiebe sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit innerhalb der Wirtschaftsbereiche. Obwohl das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) von einem Rückgang der Sachgütererzeugung um 0,5 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2003 ausgeht, nahm die Arbeitslosigkeit in diesem Bereich mit -75 (-0,2 Prozent auf 38.048) bereits den zweiten Monat in Folge nicht zu. Dieser Umstand könnte durchaus als ein erstes Anzeichen einer Konjunkturbelebung angesehen werden, heißt es in einer Aussendung des Wirtschaftsministeriums.

Ländervergleich

Wie im Vormonat ist die Arbeitslosigkeit in Oberösterreich (-2,8 Prozent), Kärnten (-2,2 Prozent) und der Steiermark (-0,5 Prozent) rückläufig. Über dem Vorjahresniveau war die Zahl der Jobsuchenden in Niederösterreich (+0,5 Prozent), im Burgenland (+1,0 Prozent), in Salzburg (+3,5 Prozent), Tirol (+5,4 Prozent), Wien (+11,2 Prozent) und besonders markant in Vorarlberg mit einem Plus von 12,3 Prozent. (APA)

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