Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

8. Oktober 2003, 11:17
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Probiotische Therapie und biologische Medikamente in Innsbruck im Einsatz

Innsbruck - Für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen bestehen seit kurzem neuartige Behandlungsformen. Die im Steigen begriffene Krankheit kann einerseits mit einer probiotischen Therapie als auch mit biologischen Medikamenten bekämpft werden.

Seit über einem halben Jahr würden probiotische Tabletten mit entsprechendem Extrakt eingesetzt, erklärte der Vorstand der Abteilung Gastroenterologie und Hepatologie an der Universitätsklinik Innsbruck, Univ.-Prof. Wolfgang Vogel. Die darin enthaltenen Bakterien könnten das Immunsystem regulieren bzw. bremsen. Bei 20 bis 30 Prozent der Betroffenen sei der Erkrankungsschub dadurch abgefangen worden. Die probiotische Therapie eigne sich zudem ebenso wie entzündungshemmende Medikamente zur Gesundheitserhaltung.

Verringerte Cortisoneinnahme

Auf biologische Medikamente greife man in der Behandlung vor allem zurück, um bei Entzündungen gezielt einzugreifen, erläuterte Vogel. Sie zeichneten sich insbesondere durch geringe Nebenwirkungen aus. Die Substanzen werden in Form von Infusionen über ein Jahr lang verabreicht. Die Einnahme des Präparats Cortison könne dadurch verringert oder sogar abgesetzt werden. Bereits bei der Hälfte der Patienten würden biologische Medikamente verwendet.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind laut Vogel vorwiegend genetisch bedingt. Ein weiterer Faktor ist die Umwelt bzw. der hohe Hygienestandard unserer Zeit - das Immunsystem ist weniger abwehrbereit. Besonders Durchfallerkrankungen treten häufig auf. Nicht selten sind Komplikationen außerhalb des Darmtraktes die Folge. Hauptsächlich erkranken 15- bis 45-Jährige. Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen.

Veranstaltung

Zum Thema chronisch entzündliche Darmerkrankungen sowie Hepatitis, chronische Lebererkrankungen und -transplantationen finden am 3. und 4. Oktober 2003 zwei Tiroler "Arzt-Patienten-Tage" in der Innsbrucker Universitätsklinik statt. Es handelt sich dabei um eine gemeinsame Veranstaltung von Ärzten, Fachexperten und betroffenen Patienten. (APA)

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