Welternährung: Steigender Fischkonsum

8. Oktober 2003, 11:05
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Bedarf vor allem für Entwicklungsländer - Fischfarmen sollen Abhilfe schaffen

Hamburg - Fisch wird einer Studie zufolge immer wichtiger für die Ernährung von Millionen Menschen in Entwicklungsländern. Während in den Industrieländern der Fischkonsum bis 2020 nur um vier Prozent auf rund 29,2 Millionen Tonnen steigen soll, klettert der Wert in den Entwicklungsländern der Studie zufolge um 57 Prozent auf fast 99 Millionen Tonnen, wie das Internationale Institut für Ernährungspolitik am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Weil die Meere überfischt sind, müssen immer mehr Fischfarmen den Bedarf decken.

Zur Zeit stammen nach den Angaben von Institutsdirektor Joachim von Braun 31 Prozent des verbrauchten Fischs aus Aquakulturen, wie Fischfarmen auch genannt werden. Bis 2020 sollen es 40 Prozent sein. Von Braun forderte die Industrieländer auf, den Entwicklungsländern beim Aufbau leistungsfähiger Fischfarmen zu helfen. So müsse man die von den Abwässern der Fischfarmen verursachten Umweltprobleme in den Griff bekommen, außerdem müsse dafür gesorgt werden, dass die Fische schneller und mit weniger Futter wüchsen.

Die Zukunft

Laut von Braun sind Pflanzen fressende Fische wie Karpfen oder Tilapien die Zukunft der Fischfarmen: Für die Zucht von Fleisch fressenden Fischen würden nämlich im großen Stil die Weltmeere abgefischt, um Futter für die Farmen zu gewinnen. Durch diese Fischerei, mit der nur Fischmehl hergestellt wird, leiden aber die Bestände an wilden Fischen weiter, wie der Wissenschaftler erklärte.

Das Internationale Institut für Ernährungspolitik (IFPRI) in Washington wird nach eigenen Angaben von 60 Staaten und anderen Organisationen getragen. Es soll den Politikern Einschätzungshilfen für die Entwicklung der Versorgung der Welt mit Nahrungsmitteln geben. (APA/AP)

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    Der Fischkonsum wird in Zukunft noch stärker zur Ernährung von Menschen in Ländern des Südens beitragen.

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