P2P-User können sich wirksam tarnen

13. Oktober 2003, 10:38
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Laut veröffentlichtem Papier ist die RIAA für Täuschungen anfällig - Beweisführung damit so gut wie unmöglich

Auf einem australischen Server tauchte ein anonym veröffentlichtes Papier (.pdf-Datei) auf, welches beweisen soll, dass die von der US-Musikindustrie und der RIAA vorgebrachten Behauptungen gegen vermeintliche "Online-Piraten" nicht beweisbar seien.

Wirksame Täuschungsmanöver

Das Papier zeigt auf, wie beispielsweise Anwender bei einem Download aus einem Peer-to-Peer Netzwerk getäuscht werden können. Die Identität des Rechners, von dem die Datei tatsächlich geladen wird, kann verschleiert beziehungsweise maskiert werden und so die im P2P-Client angegebene Identität des Download-Rechners einem Unschuldigen gehören. Durch diese aber auch noch durch einige andere Lücken der genutzten Software könnten daher auch die Detektive der Musikindustrie getäuscht werden, meint der Autor des Dokuments.

Gnutella und Gnucleus

Der Autor beschränkt sich bei seinen Ausführungen auf Software, die auf der Open Source-Anwendung Gnucleus basiert, und unter anderem von Gnutella genutzt wird. Doch auch andere P2P-Clients sollen ähnliche Täuschungsmanöver ermöglichen. Die Veröffentlichung des Dokuments führte zu heftigen Diskussionen, da die Probleme der RIAA dadurch aufgezeigt würden. Das Papier legt den Verdacht nahe, dass die Musikindustrie bei der Beweisführung in einen Argumentationsnotstand kommen und so vor Gericht scheitern könnte. Möglicherweise ist dies auch ein Grund, warum die RIAA - trotz der extrem hohen Schadensersatzforderungen - Schlichtungen weiter unter 10.000 Dollar zugestimmt hat.(red)

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