ÖBB-Dossier: Image der Bahn bricht ein

6. Oktober 2003, 20:30
92 Postings

Interne Studie der Bundesbahn beweist: Die Öffentliche Debatte ließ das Ansehen der ÖBB im vergangenen halben Jahr in allen Kriterien dramatisch sinken

Wien - Das Ansehen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) hat sich im Zuge der Reformdebatte im vergangenen halben Jahr dramatisch verschlechtert. Ende des Vorjahres waren es noch knapp 50 Prozent gewesen, die die ÖBB mit gut oder sehr gut bewerteten. Ende August hatte nur noch rund jeder dritte Österreicher (33,5 Prozent) ein gutes Bild von der heimischen Bahn.

Im Gegenzug hat sich die Zahl jener, die die ÖBB nur mit genügend oder mit nicht genügend beurteilen auf 21,2 Prozent fast verdoppelt, geht aus einer Umfrage des Markt- und Markenforschungsinstituts marketmind unter 1.500 Leute im Alter zwischen 18 und 79 Jahren hervor, welche die ÖBB für den internen Gebrauch in Auftrag gegeben haben und die der APA vorliegt. marketmind spricht von einem "massiven Imageeinbruch".

"Verstaubt" und "politisch beeinflusst"

Verschlechtert haben sich die ÖBB laut Umfrage in nahezu allen Imagekriterien. Besonders dramatisch zurückgegangen sind die Beurteilungswerte bei den Eigenschaften "verstaubt" im Sinne von altmodisch, "politisch beeinflusst", "erfolgreich" und "leistungsfähig".

Auch die für das Unternehmen gehegte Sympathie, eigentlich eine traditionelle Stärke von ÖBB, brach stark ein. Selbst die Eigenschaft "kundenorientiert" verschlechterte sich noch beträchtlich, und das, obwohl man parallel verschiedene Serviceverbesserungen verabschiedete und diese noch kräftig massenmedial bewarb.

Opinion Leaders besonders kritisch

Noch harscher sei die Kritik der Opinion Leaders - Politiker, Journalisten und Top-Manager - ausgefallen. Rund ein Viertel dieser Gruppe beurteilt die ÖBB mittlerweile mit Note vier oder fünf, die Note "sehr gut" wurde gar nicht vergeben.

"Der Grund für den Imageeinbruch dürfte "in der laufenden öffentlichen Diskussion, rund um Sozialleistungen und Gebarung des Unternehmens, ausgetragen zwischen Politik und Gewerkschaft, zu finden sein", meinen die Markenforscher. 63,9 Prozent der Gesamtbevölkerung beurteilen den Einfluss der Politik, 42,4 Prozent die Rolle der Gewerkschaft als negativ bzw. stark negativ. Noch kritischer sind die Opinionleader, von denen gleich 70 Prozent den Einfluss der Politik und 68 Prozent die Gewerkschaftsaktionen als negativ bewerteten.(APA)

Share if you care.