Salzburg: Gespaltener FPÖ droht politisches Aus

3. Oktober 2003, 20:05
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Einzug in den Landtag fraglich - "Freie Demokraten" um Naderer wollen landesweit kandidieren

Salzburg - Geht es nach Umfragen jüngeren Datums wird es bei den Salzburger Landtagswahlen im März 2004 zwei Sieger geben: Den Grünen werden bis zu 13,5 Prozent (1999: 5,4 Prozent) prognostiziert. Die Sozialdemokraten könnten mit Landeshauptmannstellvertreterin Gabi Burgstaller an der Spitze mit 36,9 Prozent (1999: 32,3 Prozent) sogar die Volkspartei mit Landeshauptmann Franz Schausberger überflügeln.

Mit einem Stimmenanteil von zuletzt knapp 39 Prozent ist die ÖVP von einer Absoluten meilenweit entfernt. Um sich nicht allzu sehr an die SPÖ als Koalitionspartner ketten zu müssen, senden Teile der VP-Mannschaft auch deutliche Koalitionssignale an die Grünen mit Cyriak Schwaighofer aus. Die FP hingegen kann höchstens noch in der Theorie "Königsmacher" spielen, als Partner wird sie von niemandem gesehen.

Tatsächlich geht es für die FPÖ im ehemals blauen Kernland Salzburg ums nackte politische Überleben. Die Truppe von Karl Schnell kämpft dabei nicht nur gegen den Abwärtssog der Bundespartei. Schnells Partei hat sich, getrieben von persönlichen Streitigkeiten, in den vergangenen Wochen und Monaten so gut wie aufgelöst. In vielen Flachgauer Gemeinden, aber auch in Hallein oder Bad Gastein sind ganze Ortsgruppen und Gemeinderatsfraktionen aus der Partei ausgetreten.

Gelingt es Schnells ehemaligem Weggefährten Helmut Naderer seine Abspaltung in Seekirchen zu einer landesweiten Liste der Freien Demokraten zu formieren, geht es für die FPÖ darum, überhaupt noch einmal in den Landtag einzuziehen. (neu)

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    FP-Dissident Helmut Naderer könnte seiner Ex-Partei den Todesstoß versetzen

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