Salzburgs Stadtgrüne runderneuert und einig

2. Oktober 2003, 14:10
posten

Bürgerliste will 20-Prozent-Marke durchbrechen

Bei den Gemeinderatswahlen im März 2004 will die Salzburger Bürgerliste viele neue Gesichter präsentieren. Das Spitzentrio bleibt jedoch unverändert. Man zeigt sich in ungewohnter Einigkeit: Teamfähigkeit lautet jetzt die Losung.

***

Salzburg - So einig hat man Salzburgs Stadtgrüne lange nicht gesehen: Wenn bei der für Donnerstag kommender Woche angesetzten Stadtversammlung die Kandidaten für die Gemeinderatswahlen im März 2004 präsentiert werden, wird es voraussichtlich zu keinen Kampfabstimmungen kommen. "Wir haben in der Vorbereitung Teamfähigkeit bewiesen", so Gemeinderat-Klubobmann Helmut Hüttinger im STANDARD-Gespräch. Hüttinger hofft, dass alle vorgeschlagenen Kandidaten von der Stadtversammlung auch bestätigt werden. Und dies, obwohl die Liste einige Überraschungen bereithält.

So ist auf Platz vier die langjährige Pflegedienstleiterin beim Salzburger Hilfswerk, Sonja Schiff, zu finden. Schiff arbeitet derzeit als selbstständige Gerontologin und ist Initiatorin des "Seniorenradios" der Salzburger Radiofabrik. Schiff gilt als ausgesprochene Fachfrau für die "Alten- und Seniorenpolitik" und soll die Bürgerliste als Gemeinderätin gerade im Bereich der städtischen Pflegeeinrichtungen und der Betreuung älterer Menschen verstärken.

Schiff steht auf einem ebenso sicheren Listenplatz wie die Rechtsanwältin Inge Haller, die auf Platz sechs für die Bürgerliste kandidiert. Haller hat sich in den vergangenen Jahren im Asyl- und Fremdenrecht einen Namen gemacht. Die Juristin organisierte rund um den Europagipfel des Weltwirtschaftsforums und die Gegendemonstrationen eine eigene "Anwaltshotline".

Während Schiff und Haller zwei politische Newcomerinnen sind, setzt die Bürgerliste bei den Spitzenplätzen auf bekannte Gesichter. Als Spitzenkandidat tritt erneut Planungsstadtrat Johann Padutsch an. Padutsch wird als Bürgermeisterkandidat auch gegen das SP-Stadtoberhaupt Heinz Schaden in den politischen Ring steigen.

Hinter Padutsch sind wie bisher die stellvertretende Klubobfrau und Sozialsprecherin Ulrike Saghi sowie Klubobmann Helmut Hüttinger gereiht. Hüttinger wollte ursprünglich zwar aus der Kommunalpolitik aussteigen, unterlag aber vor den vergangenen Nationalratwahlen bei einer Landesversammlung Heidi Rest-Hinterseer, die jetzt die Salzburger Grünen im Parlament in Wien repräsentiert.

Auch auf Listenplatz fünf findet sich ein bekanntes Gesicht: Der Psychologe Bernhard Carl war bereits von 1995 bis 1999 Mitglied des Gemeinderates und ist einer der Proponenten jener Mobilfunkinitiativen, auf deren Druck hin der besonders niedrige Salzburger Vorsorgewert eingeführt wurde. Neu für die Bürgerliste kandidieren der ehemalige ÖH-Vorsitzende Stefan Veigl (Platz sieben) und das Grünen-Urgestein Berti Ambach auf Platz acht. Kulturexpertin Ambach ist Gründungsmitglied der österreichischen Grünen und arbeitete lange Zeit als Landesgeschäftsführerin der Grünen.

Ob Ambach auf Platz acht in den Gemeinderat einziehen wird, dürfte vor allem von der Wahlarithmetik abhängen. Derzeit hält die Bürgerliste bei sechs Mandaten. Ein Zugewinn von zwei Mandaten scheint ebenso in Griffweite zu sein wie ein Ergebnis nahe der 20-Prozent-Marke. Offiziell gibt man sich freilich zurückhaltender. Klubchef Hüttinger nennt als Wahlziel "Mandatsgewinne" und will die FP von Platz drei im Parteienranking verdrängen. (neu/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.10.2003)

Share if you care.