Dem Krebs davonschlafen

6. Oktober 2003, 10:45
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US-Forscher: Wirkungsvolles Mittel beim Kampf des Körpers gegen Tumore

New York - Schlaf soll nach Erkenntnis von US-Forschern ein wirkungsvolles Mittel gegen Krebs darstellen. David Spiegel und Kollegen von der Stanford-Universität in Palo Alto (Kalifornien) beschreiben in der Oktoberausgabe des Fachjournals "Brain, Behavior, and Immunity" (Hirn, Verhalten und Abwehrkräfte), wie Schlaf Krebspatienten bei der Bekämpfung von Tumoren helfen kann.

Generell "beeinflussen psychosoziale Faktoren das Verhalten eines Menschen", schreibt das Team. Schlaf bewirke aber noch weitaus mehr. Er steuere die hormonelle Balance im Körper. Der als "zirkadianische Rhythmus" bekannte Zyklus von Schlaf und Wachsein greift laut Spiegel und Kollegen vor allem über zwei Hormone, Melatonin und Cortisol, in die Abläufe ein.

Melatonin

Melatonin wird während des Schlafs vom Gehirn produziert. Es gehört zu den so genannten Antioxidationsstoffen im Körper und wirkt wie ein Schwamm für jene gesundheitsschädlichen Moleküle, die als freie Radikale bekannt sind. Freie Radikale attackieren das Erbgut DNA in den Körperzellen und können krebsfördernde Mutationen hervorrufen.

Melatonin bremst darüber hinaus die Produktion des Hormons Östrogen in den Eierstöcken. Es gibt Hinweise darauf, dass Östrogen unter bestimmten Umständen Krebs fördern könnte. Bei Frauen, die in der Nacht arbeiten, sei die Melatoninproduktion im Gehirn beeinträchtigt, erläutern die Forscher. Ohne Melatonin-Bremse könnten die Eierstöcke ungehindert Östrogen ausschütten und vor allem jene Frauen gefährden, die bereits an Brust- oder Eierstockkrebs leiden.

Cortisol

Die zweite Verbindung zwischen Krebs und Schlafmangel sieht das Forscherteam im Cortisol. Dieses Hormon reguliere die körpereigenen Abwehrkräfte, vor allem die Aktivität Krebs bekämpfender Immunzellen, die als "natürliche Killerzellen" bekannt sind. Cortisol wird vor allem am frühen Morgen ausgeschüttet. Seine Produktion nimmt im Verlauf des Tages nach und nach ab. Eine Störung dieses Ablaufs beraube den Körper seiner Fähigkeit, sich gegen Tumorzellen zu wehren, schreibt das Team. Spiegel selbst hatte in einer früheren Studie gefunden, dass Brustkrebs-Patientinnen eher starben, wenn ihr Cortisol-Zyklus gestört war und statt am frühen Morgen erst am Nachmittag auf Hochtouren lief. (APA/dpa)

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