Schädliche Immunreaktion auf rotes Fleisch

4. Oktober 2003, 19:26
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Verzehr führt zu Ablagerungen eines potenziell gefährlichen Moleküls im Gewebe

San Diego - Der Verzehr von rotem Fleisch führt zu Ablagerungen eines potenziell gefährlichen Moleküls im Gewebe. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von Wissenschaftlern der University of California gekommen. Das Team um Ajit Vark geht davon aus, dass dieses Molekül durch das Auslösen schädlicher Immunreaktionen Herzerkrankungen und Krebs verursachen kann. Das vom menschlichen Körper nicht produzierte Molekül, der Zucker Neu5Gc (N-glycolylneuraminic acid), kommt in großen Mengen in Lamm-, Schweine und Rindfleisch vor.

Tests mit drei Mitgliedern des Teams zeigten, dass der Zucker vom Gewebe aufgenommen wird. Die Ergebnisse belegten laut BBC auch, dass das durch die Aufnahme aktivierte Immunsystem dieses körperfremde Molekül als Angreifer ansieht. Vark bestätigte, dass das Molekül mit größter Wahrscheinlichkeit keine unmittelbar giftige Wirkung hat. Zusätzlich sei es auch denkbar, dass der Mensch in der Vergangenheit durch den Verzehr von Fleisch eine entsprechende Toleranz aufgebaut habe. "Es ist jedoch möglich, dass es er im Laufe der Jahre zu einer Schädigung kommt." Zu bedenken sei, neben der steigenden Lebenserwartung, die Frage, ob die allmähliche Anreicherung mit Neu5Gc und die folgende Bildung von Antikörpern nicht später bei der Entstehung von Krankheiten eine Rolle spielen könnten.

Die drei Freiwilligen tranken eine Neu5Gc-Lösung, die aus Schweinefleisch hergestellt wurde. Der Großteil des Zuckers wurde vom Körper beseitigt. Kleine Mengen konnten in der Folge nachgewiesen werden. Zwei Tage nach der Aufnahme waren die Neu5Gc-Werte noch um das zwei bis dreifache erhöht. Nach vier bis acht Tagen erreichen die Werte fast wieder ihren Ausgangspunkt. Die Studie wurde in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht. (pte)

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