Augustin bleibt "Harry Potter-freie Zone"

13. Oktober 2003, 15:32
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Angebot eines Gratis-Vorabdrucks des neuen Romans nicht angenommen - "Augustin" beteilige sich nicht an "Medienhypes aller Art"

Die Wiener Obdachlosenzeitung "Augustin" nimmt das Angebot des deutschen Carlsen Verlags nicht an, in einer Oktober-Ausgabe vorab und kostenlos das erste Kapitel der am 8. November erscheinenden deutschsprachigen Ausgabe von "Harry Potter und der Orden des Phönix" abzudrucken. Obwohl mit dieser Aktion, die die Autorin Joanne K. Rowling initiiert hat, kurzfristig "eine Menge" neuer Leser gewonnen werden könnten, würden diese im Augustin "kein weiter gehendes Angebot für sie" vorfinden. Ein Vorabdruck wäre demnach "wie eine einmalige Gratis-Burenwurstaktion in einem vegetarischen Restaurant", hieß es in einer Augustin-Presseaussendung.

Keine Beteiligung an "Medienhypes aller Art"

Der "Augustin" beteilige sich nicht an "Medienhypes aller Art" und stelle sich "auch nicht gratis als PR-Plattform" zur Verfügung. Die Zeitung wolle Autoren publizieren, die "obdachlos, arm oder sonst an den Rand gedrängt sind oder waren". Rowling hat zwar vor dem weltweiten Erfolg mit den Zauberlehrlings-Büchern selbst Sozialhilfe empfangen, sich aber "als einkommensstärkste Frau Großbritanniens eindrucksvoll in eine andere soziale Schicht katapultiert", so die Aussendung. Weiters sei der vorgeschlagene Text zu lang.

"Asfalter" und "Megaphon" bringt Potter-Ausschnitte

Die negative Entscheidung zur "gut gemeinten" Aktion sei in der Augustin-Redaktion "keineswegs einhellig" gefallen. Der Salzburger "Asfalter" und das Grazer "Megaphon" nehmen an der Aktion teil. Der Augustin wird hingegen auch in der Zeit rund um das Erscheinen der deutschsprachigen Ausgabe des fünften Potter-Bandes "Harry-Potter-freie-Zone" bleiben. "Vielleicht auch ein attraktives Angebot für unsere LeserInnen", so die Redaktion. (APA)

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    Augustin verschmäht Harry Potter.

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