Selbstgebranntes und Tauschbörsen: Weltweiter Verkauf von Musik-Tonträgern sinkt

8. Oktober 2003, 16:17
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Um 10,7 Prozent im ersten Halbjahr - In Österreich stieg die Absatzzahl

Musikpiraterie führt weltweit zu sinkenden Verkaufszahlen bei Tonträgern wie CD oder Musikkassetten. Nach einem am Mittwoch in London veröffentlichten Bericht des globalen Plattenfirmenverbandes IFPI ging der Verkauf im ersten Halbjahr 2003 um 10,7 Prozent zurück, vorrangig wegen des Geschäfts mit illegalen Raubkopien. Gleichzeitig habe die Anzahl legaler Musikangebote im Internet auf mittlerweile 300.000 Titel zugenommen.

Umsatz mit DVD-Tonträgern stieg

Wie es weiter hieß, stieg zudem der Umsatz mit DVD-Tonträgern. Die kleinen runden Scheiben mit Ton- und Bildinformationen hätten nunmehr einen Anteil am weltweiten Musikverkauf von mehr als 5 Prozent. Insgesamt sind dem Bericht zufolge in den ersten sechs Monaten Audio- und Videomusikformate im Wert von 12,7 Mrd. US-Dollar (10,90 Mrd. Euro) verkauft worden. Im ersten Halbjahr 2002 seien es noch 14,2 Mrd. US-Dollar gewesen, hieß es. Der IFPI gehören nach eigenen Angaben 1500 Unternehmen in mehr als 70 Ländern an.

In Österreich, Finnland und Russland stiegen Absatzzahlen

Auf den weltweit größten Märkten - USA, Japan, Frankreich und Deutschland - sei der Einbruch am stärksten gewesen, hieß es weiter. Bereits Mitte August hatten die deutschen Phonoverbände mitgeteilt, dass der Musikträgerabsatz in Deutschland von Jänner bis Juli um 16,3 Prozent eingebrochen sei. In Österreich, Finnland und Russland stiegen die Absatzzahlen dagegen.

"Wir haben das Schlimmste hinter uns, und wir haben ausreichend positive Signale für die Zukunft von Online-Verkaufsmodellen"

Trotz des schlechten Ergebnisses zeigte sich IFPI-Präsident Jay Berman verhalten optimistisch. "Wir haben das Schlimmste hinter uns, und wir haben ausreichend positive Signale für die Zukunft von Online-Verkaufsmodellen". Der Verband rechnet demnach mit einem besseren zweiten Halbjahr und hofft, das Umsatzminus im Gesamtjahr auf sieben bis acht Prozent zu drücken. Zu den großen Umsatzbringern im ersten Halbjahr rechnete IFPI die Popsängerin Christina Aguilera, den Rapper 50 Cent und die Gruppe Coldplay.

Konzentrationsbestrebungen

Der seit drei Jahren anhaltende Umsatzrückgang hat in der Branche zu Konzentrationsbestrebungen geführt. Der Bertelsmann-Konzern umwirbt nach Angaben aus mit der Situation vertrauten Kreisen seit Ende September den Konkurrenten Sony Music mit der Idee einer Fusion der Musikgeschäfte. Der britische Musikkonzern EMI bestätigte ebenfalls Ende September, mit dem zum US-Konzern AOL Time Warner gehörenden Konkurrenten Warner Music Übernahmegespräche zu führen. (APA)

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