60.000 Arbeitsplätze im deutschen Einzelhandel bedroht

6. Oktober 2003, 12:27
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Noch kein Ende der Pleitewelle in Sicht

Düsseldorf - Im deutschen Einzelhandel werden bis Ende 2004 voraussichtlich rund 60.000 Arbeitsplätze wegfallen. Der Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hermann Franzen, sagte am Mittwoch in Düsseldorf, die Pleitewelle im Einzelhandel sei ungebrochen. 2003 und 2004 würden deshalb voraussichtlich jeweils rund 30.000 Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen oder durch Konkurse verschwinden. Daran werde auch die für das kommende Jahr erhoffte leichte Konjunkturbelebung nichts ändern.

Immerhin sieht der Deutsche Einzelhandel nach einer dreijährigen Stagnationsphase erstmals wieder Licht am Ende des Tunnels. Zwar erwartet der HDE im laufenden Jahr für den klassischen Einzelhandel noch Umsatzeinbußen um ein Prozent auf 367 Milliarden Euro. Doch könne im nächsten Jahr der Umsatz erstmals seit 2000 wieder steigen: "Wenn eine Steuerreform mit einer deutlichen Entlastung für die Verbraucher kommt, könnten wir ein kleines Plus von einem Prozent schaffen. Andernfalls rechnen wir damit, dass die Umsätze bestenfalls um 0,5 Prozent zulegen", sagte Franzen.

Hoffen auf das Weihnachtsgeschäft

Die Hoffnung der Branche gelte dem Weihnachtsgeschäft und dem kommenden Jahr. "In den letzten Wochen sind die Signale stärker geworden, die auf eine allmähliche Belebung der deutschen Wirtschaft spätestens im kommenden Jahr hindeuten", sagte Franzen.

Allerdings spiegelt sich der Stimmungsumschwung bisher noch nicht in den Kassen wieder. Bei einer Konjunkturumfrage des HDE klagten fast zwei Drittel der befragten Einzelhandelsbetriebe über weitere Umsatzeinbußen in den ersten sechs Monaten. Mehr als Hälfte der Betriebe berichtete über einen weiteren Gewinnrückgang.

Und auch beim Ausblick auf des zweite Halbjahr überwog bei vielen Händlern Pessimismus. Mehr als ein Drittel der Befragten rechnete mit einem weiteren Umsatzrückgang, nur ein Fünftel mit Umsatzsteigerungen.(APA/AP)

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