"Da bricht einem ja das Herz"

3. Oktober 2003, 10:11
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Gattin von "Pferdeflüsterer" Klestil ist entsetzt über den "Zynismus und Verachtung" der Medien gegenüber Tieren

Wien - Bundespräsident Thomas Klestil ist nach Angaben seiner Gattin Margot Klestil-Löffler bemüht, eine finanzielle Lösung für den Unterhalt der ihm vom saudischen Königshaus geschenkten Pferde und Dromedare zu finden. "Noch besteht kein Grund zur Aufregung, die Tiere sind gerade einmal vier Wochen in Österreich", so die "First Lady" in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "News". Die öffentliche Debatte weist sie zurück: "Den Wirbel machen manche Medien. Mein Mann und ich sind sehr glücklich über und mit diesen entzückenden, gescheiten Tieren und möchten Ruhe für und um sie."

Klestil-Löffler bekräftigt, dass es nicht möglich gewesen wäre, die Geschenke abzulehnen. Das wäre eine "Missachtung der arabischen Kultur und Tradition": "Anscheinend fehlt manchen Leuten hierzulande jegliches Verständnis für internationale Gepflogenheiten."

"Schäme mich für diese Journalisten"

Überhaupt kein Verständnis hat sie auch für Bemerkungen, die Pferde sollten doch zu Leberkäse oder Salami verarbeitet werden: "Ich schäme mich für diese Journalisten, die noch dazu für sich beanspruchen, die öffentliche Meinung mitzugestalten. So viel Zynismus und Verachtung gegenüber Lebewesen bricht einem ja das Herz. Für mich sind Tiere Teil der Schöpfung, die Respekt, Achtung und eine würdige Behandlung verdienen, wie wir Menschen auch. Ich liebe Tiere über alles und begegne einer solchen Geringschätzung mit Fassungslosigkeit. Es ist leider kein gutes Zeichen für die Kultur in unserem Lande, wenn sich einzelne Journalisten derartig daneben benehmen. Diesen Herrschaften ist offensichtlich auch nicht bewusst, welchen außenpolitischen Schaden sie durch solche unqualifizierten Bemerkungen anrichten können. Der Bundespräsident wird sich beim saudischen Königshaus dafür entschuldigen."

Für Klestil-Löffler steht die Debatte um die Tiere freilich in einem größeren Zusammenhang: "Aber was wollen Sie - auch manche unserer Politiker geben ja den Menschen kein gutes Beispiel vor, was den Umgang miteinander oder die Gesprächskultur anlangt. Hier ist leider sehr vieles schief gelaufen in den letzten Jahren. Ein Kurswechsel ist dringend nötig in mancherlei Hinsicht."

Doch zurück zu den Pferden. Weitere Tiere sind angekündigt - also stellt sich die Frage, was mit ihnen geschehen soll. Die knappe Antwort Klestil-Löfflers: "Lieb haben."

Besucht werden die Tiere - die gesunden wie die kranken - jedenfalls von beiden, vom Bundespräsidenten selbst und seiner Gattin. Für ihren Mann hat die "First Lady" in diesem Zusammenhang lobende Worte: "Mein Mann macht das sehr gut und mit großer Freude. Er ist ein echter Pferdeflüsterer."(APA)

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    Die Präsidentengattin Margot Klestil-Loeffler und das Gardepony Max.

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    Thomas Klestil, Pferdeflüsterer

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