Kein dritter Großflughafen in Paris

8. Oktober 2003, 18:31
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Amsterdamer Schipol soll laut Regierung das Projekt ersetzen

Paris - Der seit 1995 von der französischen Regierung geplante dritte Flughafen für die Metropole Paris wird nach der geplanten Fusion der französischen Fluggesellschaft Air France mit der niederländischen KLM wahrscheinlich nie mehr das Tageslicht erblicken. Dies erklärte Verkehrs-Staatssekretär Dominique Bussereau im Radiosender Europe 1. "Dieser dritte Flughafen existiert nunmehr mit dem Amsterdamer Schipol", fügte Busserau hinzu.

"Durch die Fusion haben wir nun zwei große Hubs, die sich ganz in der Nähe befinden, nämlich jenen von Charles-de-Gaulle im Norden von Paris und jenen von Amsterdam, die durch den Hochgeschwindigkeitszug TGV miteinander verbunden sind", erklärte der Staatssekretär. Mitte Juli war eine französische Parlamentskommission bereits zu dem Schluss gekommen, dass die Entscheidung über die Errichtung eines dritten Großflughafens nach Orly und Charles-de-Gaulle um mehrere Jahre aufgeschoben werden solle. Die beiden bestehenden Flughäfen reichten bis dahin aus, so der Parlamentsbericht.

Die Regierung des sozialistischen Premiers Lionel Jospin (1997-2002) hatte sich für die Errichtung eines dritten Großflughafens in Chaulnes in der Picardie etwa 125 Kilometer nördlich der Seine-Metropole entschieden. Sofort nach seinem Amtsantritt im Mai 2002 hatte der zentrumsbürgerliche Verkehrsminister Gilles de Robien (UDF), der selbst Bürgermeister von Amiens in der Picardie ist, das Projekt allerdings in Frage gestellt. In Roissy und Orly wird in den kommenden 20 Jahren mit einer Verdoppelung des Passagieraufkommens auf 140 Mio. Reisende pro Jahr gerechnet.(APA)

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