Haider fordert personelle Konsequenzen in der FPÖ

3. Oktober 2003, 20:05
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Kärntner Landeshauptmann: Die Partei braucht wieder "neue Hoffnungsträger"

Wien - Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider verlangt personelle Konsequenzen in der FPÖ nach dem Wahldebakel in Tirol und Oberösterreich: "Das wäre wünschenswert", meint er im "News": "Man kann ja nicht nach so einem Wahldesaster einfach weitermachen wie bisher. Da wird es auch personelle und inhaltliche Änderungen geben müssen, wenn einem die FPÖ am Herzen liegt", erklärt der Altparteichef. Auch in einem Unternehmen gehe man nicht zur Tagesordnung über, wenn man den Markt verloren habe.

Wunsch werde auch von Landesgruppen geteilt

Der Wunsch nach personellen Veränderungen wird nach Ansicht Haiders auch von den FPÖ-Landesgruppen geteilt. Geschehe nichts, bleibe "nur mehr das Ende zu erwarten und dann einen Neubeginn ohne Vorbelastungen zu setzen". Er hoffe jedenfalls, dass jetzt einmal eine Gewissenserforschung der handelnden Akteure passiere: "Jemand, der redlich ist, muss angesichts der tödlichen Bedrohung für die FPÖ Konsequenzen ziehen."

Wenn alles so bleibe, wie es ist, sehe er wenig Chancen, meint Haider. Die jetzigen Akteure hätten ja einen gewissen Kredit gehabt, die FPÖ wieder zum Erfolg zu führen. Dieser Kredit sei bei den Wählern offensichtlich aufgebraucht: "Deswegen braucht die FPÖ dringend neue Hoffnungsträger."

Kritik an Haupt wegen EU-Erweiterung

An Parteichef Herbert Haupt übt Haider direkte Kritik im Zusammenhang mit dessen neuer Skepsis zur EU-Erweiterung: "Es erfüllt mich mit Schaudern, wenn jetzt plötzlich wieder die Osterweiterung thematisiert wird, nachdem man im Parlament Zeit gehabt hatte, darüber zu diskutieren und damals keinen Widerspruch angemeldet hat. Ich kann das alles nicht mehr nachvollziehen."(APA)

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