Verlust an Frauen-Arbeitsplätzen

1. Oktober 2003, 15:58
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Grazer Frauenprojekte erfahren dramatische Kürzungen

Graz - Die Streichung bzw. massive Kürzung des AMS der Förderung von Transitarbeitsplätzen der Beschäftigungsinitiativen Modello und Palaver kritisieren die Grazer Frauen- und Mädcheneinrichtungen in einer Presseaussendung. Dies bedeute für diese Frauen- und Mädcheneinrichtungen "den Verlust von 100 Prozent an Frauenarbeitsplätzen". Gleichzeitig wurde beim Verein Frauenservice das Projekt ZIB – Zurück in den Beruf für Wiedereinsteigerinnen - gestrichen. Weiters drohen auch dem Verein Mafalda 30 Prozent Kürzungen im Beratungsbereich für Mädchen.

Gefährdete Existenzen

Insgesamt bedeute das eine Schwächung der Strukturen der Frauen- und Mädcheneinrichtungen. "Konnten beispielsweise bis dato Frauen nach einem Aufenthalt im Frauenhaus an Modello oder ins Palaver vermittelt werden, um so eine eigenständige Existenz aufbauen zu können, so ist dies nun nicht mehr möglich", heißt es in der Aussendung des Vereins Thekla, dem regionalen Netzwerk der Frauen- und Mädchenprojekte. Auch ausländische Frauen, die es aus verschiedenen Gründen besonders schwer haben, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, hätten eine niederschwellige Möglichkeit ins Berufsleben einsteigen zu können, verloren.

Aufschieben

Die Grazer Frauen- und Mädcheneinrichtungen bemühen sich seit Jahren, den Betroffenen Beratung und Hilfestellung sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten. Da nicht nur Streichungen und Kürzungen durch das AMS erfolgen, sondern auch andere Entscheidungen wie etwa die Verlängerung der Arbeitsverträge mit der Stadt und dem Land Steiermark ausstehen, die Zusagen für die Subventionen diverser Ministerien meist bis zum Ende des laufenden Jahres auf sich warten lassen, sind auch in den jeweiligen Einrichtungen Arbeitsplätze gefährdet.

"Viele Frauen werden in die Langzeitarbeitslosigkeit und somit in die Perspektivenlosigkeit mit allen negativen Folgeerscheinungen gedrängt, die die Betroffenen zwangsläufig ins finanzielle, gesundheitliche und gesellschaftliche Out führen", heißt es in der Aussendung abschließend. (red)

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