Erkenntnis- und Sozialkritik in der Frauen- und Geschlechterforschung

3. Oktober 2003, 21:09
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Klagenfurt - Am 7. Oktober lädt die Koordinationsstelle für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Klagenfurt zu einem Vortrag der deutschen Universitätsprofessorin und Buchautorin Regina Becker-Schmidt - das Thema: „Erkenntnis- und Sozialkritik in der Frauen- und Geschlechterforschung“. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Auszug aus dem Inhalt

Das gesellschaftlich-kulturelle Phänomen, dass alle Menschen durch die Zuschreibung eines Geschlechts markiert sind, wirft eine Reihe epistemologischer Probleme auf." Es geht um die Bestimmung, was denn unter einem „feministischen Erkenntnissubjekt“ zu verstehen ist. Was sind die Fallstricke eines „weiblichen Standpunktdenkens“? Was sind die wissenschaftlichen Kriterien, an denen feministische Forschung zu messen ist? Ist feministisches Denken auf Geschlechterfragen begrenzt, oder überschreitet es in seinem sozialkritischen Potential dieses Feld?

Die Ausblendung der Geschlechtsvermitteltheit von Wissen stützt Machtgefälle zwischen den Genus-Gruppen ab, und die Konstruktionen von Differenz qua Geschlechtszugehörigkeit legitimieren soziale Ungleichheiten in Geschlechterverhältnissen. Mit dem Begriff „Geschlechterverhältnis“ taucht ein neues epistemologisches Problem auf: Wie entstehen die Geschlechterarrangements, aus denen es sich zusammensetzt? Welche Dimensionen dieses institutionellen Ensembles lassen sich mit dem Begriff „Konstruktion“ erfassen, welche verweisen auf den der „Konstitution“? Wie hängen Konstruktionsprinzipien und Konstitutionsprozesse bei der Etablierung ungleicher Relationen in der kulturellen Bewertung und gesellschaftlichen Positionierung von Frauen und Männern zusammen? (red)

Dienstag, 7. Oktober 2003, 17.00 – 19.00 Uhr.
UR z-109, Hauptgebäude der Universität, Universitätsstraße 65-67, 9020 Klagenfurt
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