Eigene Initiativen gegen Armut, Gewalt und Krankheiten

7. Oktober 2003, 10:18
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Afrikanische Länder wollen Probleme selbst lösen - dritte Konferenz zur afrikanischen Entwicklung in Tokio

Tokio - Die afrikanischen Länder wollen ihre Entwicklung mit eigenen Initiativen zur Bekämpfung von Armut, Gewalt und Krankheiten vorantreiben. Das erklärten am Freitag die Teilnehmer einer Afrika-Konferenz in Tokio, an der 140 Delegationen teilnahmen, darunter auch 23 afrikanische Staatschefs.

Der Konferenz-Vorsitzende Yoshiro Mori sagte zum Abschluss der dreitägigen Beratungen, die afrikanischen Staatschefs hätten zugesagt, mit der Wirtschafts- und Sozialpolitik Wachstum fördern zu wollen. "In Konfliktgebieten müssen Friedenslösungen unterstützt werden, in Ländern, die nicht gut verwaltet werden, müssen wir helfen, dass Regierung und Demokratie Fuß fassen", sagte der ehemalige japanische Ministerpräsident. Der derzeitige japanische Regierungschef Junichiro Koizumi sagte dem Kontinent eine Milliarde Dollar (858 Mill. Euro) Unterstützung zu. Japan, das die seit 1993 stattfindende Konferenz zum dritten Mal ausrichtete, ist der größte Geldgeber Afrikas.

Gremium

Der Kovorsitzende der Globalen Koalition für Afrika, der südafrikanische Parlamentspräsident Frene Ginwala, bekräftigte den Willen der afrikanischen Länder, ihre Probleme selbst zu lösen. "Niemand in Afrika sucht jemanden von draußen, der kommt und das Land rettet", sagte er. Die Konferenz vereinbarte auch die Bildung eines Gremiums, das helfen soll, Krieg und Korruption zu verhindern.

Keine Lösungen gab es auf der Konferenz für die Probleme afrikanischer Bauern, die Agrarsubventionen der reichen Staaten für den Teufelskreis der Armut auf ihrem Kontinent verantwortlich machten. Kritisiert wurde auch die Weigerung insbesondere der EU, sich auf der jüngsten Welthandelskonferenz der WTO im mexikanischen Cancun zu einem umfassenden Abbau von Subventionen in der Landwirtschaft bereit zu erklären.

Verelendung und Krankheiten

Mehr als die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung muss täglich mit weniger als einem Dollar auskommen. Die Verelendung fördert die Ausbreitung von Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria, da sich viele Menschen die Medikamente dagegen nicht leisten können. Mehr als 24 Millionen Afrikaner sind mit HIV/Aids infiziert. (APA/AP)

  • Von 29. September bis 01. Oktober fand in Tokio die dritte Internationale Konferenz zur afrikanischen Entwicklung statt (im Bild der Ausschnitt eines Konferenz-Plakates).
    bild: ticad

    Von 29. September bis 01. Oktober fand in Tokio die dritte Internationale Konferenz zur afrikanischen Entwicklung statt (im Bild der Ausschnitt eines Konferenz-Plakates).

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