Krebskranke dürfen IBM klagen

8. Oktober 2003, 10:34
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Gericht entschied zugunsten der ehemaligen Mitarbeiter - Unternehmen soll keine ausreichenden Schutzmassnahmen getroffen haben

Die Klage von krebskranken ehemaligen IBM-Mitarbeitern gegen den Computerkonzern wurde von einem US-Gericht in Kalifornien zugelassen. Die beiden Kläger werfen dem Unternehmen vor, keine ausreichenden Schutzmassnahmen bei krebserregenden Chemikalien bei der Halbleiterfertigung getroffen zu haben.

IBM bestreitet Verantwortung für Erkrankungen

Ein US-Kammergericht in Santa Clara, Kalifornien hat zwar die Klage von zwei ehemaligen IBM-Mitarbeitern zugelassen, gleichzeitig aber auch zwei weitere Klagen, die aus dem gleichen Grund beantragt wurden, abgewiesen. Die beiden Kläger Alida Hernandez und James Moore, hatten von 1970 bis 1980 in einer Montagewerk für Microchips gearbeitet haben und erkrankten beide an Krebs. Der Computerkonzern bestreitet die Verantwortung für die Erkrankungen und hatte eine Ablehnung der Klagen gefordert.

Sterblichkeitsstatistik bei IBM

Hernandez und Moore hatten bei der Chip-Fertigung mit Benzol und Arsen-Verbindungen gearbeitet, und seien vom Konzern über die Gesundheitsschädigungen belogen worden, so die Vorwürfe der Kläger. Seit über fünf Jahren haben Hernadez und Moore versucht IBM vor Gericht zu bekommen, berichten US-Medien. Laut Medienberichten sollen, nach einer Sterblichkeitsstatistik für IBM-Mitarbeiter, die die Kläger dem Gericht als Beweismaterial vorlegten, in der Zeit von 1969 bis 2000 über 30.000 Personen an Lymph-, Blut-, Brust- und Gehirnkrebs, sowie am Non-Hodgkin-Lymphom, Leukämie und anderen seltenen Krebserkrankungen gestorben sein. Auch den IBM-Betriebsärzte lägen, laut Angaben der Kläger, Informationen über eine alarmierenden Zahl von Arbeitern in den Chip-Fabriken, die an seltenen Krebsarten im Alter von 30, 40 und 50 verstorben seien, vor.

250 Klagen

Im Silicon Valley, New York und Minnesota wurden insgesamt 250 vergleichbare Klagen gegen den Computerkonzern eingereicht. IBM und seine Anwälte führen die Erkrankungen auf Zigarettenrauchen und Drogenkonsum zurück, und bestreiten einen Zusammenhang zu den Arbeitsbedingungen.(red)

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