ÖBB erhöhen testweise Zuschlag für Kartenkauf im Zug

10. Oktober 2003, 15:46
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Zehn Euro statt drei Euro Zuschlag wenn die Karte beim Schaffner im Zug gelöst wird

Wien - Die Österreichischen Bundesbahnen heben den Zuschlag für den Kartenkauf im Zug testweise an. Seit Mittwoch zahlt man in Zügen von Wien nach Bruck an der Leitha und von Wien nach Krems statt bisher 3 Euro jetzt 10 Euro auf den regulären Fahrpreis auf, wenn man die Karte beim Schaffner erwirbt, obwohl im Abfahrtsbahnhof ein Kassenschalter oder ein Fahrkartenautomaten zur Verfügung gestanden ist. Die ÖBB wollen damit die Zahl jener reduzieren, die erst im Zug ihre Karte kaufen, weil sie darauf spekulieren, dass kein Schaffner vorbeikommt.

Derzeit kaufen laut ÖBB 16.000 Fahrgäste pro Monat trotz Kartenverkauf am Abfahrtsbahnhof ihre Karte im Zug.

Bei weniger Kartenkäufen im Zug soll flächendeckend erhöht werden

Im Test soll nun auf den beiden Strecken geklärt werden, ob sich durch die Anhebung des Zuschlags die Zahl der Kartenverkäufe im Zug reduziert oder nicht. Bestätigen sich die Hoffnungen der ÖBB, wollen die Bundesbahnen den Zuschlag flächendeckend anheben. Zeitplan gebe es dafür aber keinen, erklärte eine Unternehmenssprecherin.

In Wien, wo Fahrgäste im Zug eine gültige Fahrkarte zwingend mitführen müssen, sollen außerdem die Kontrollen deutlich verschärft werden. Über verstärkte Kontrollen in den vergangenen Wochen sei festgestellt worden, dass die Dunkelziffer an Schwarzfahrern dramatisch höher sein dürfte als zuvor angenommen, so die ÖBB.

Kritik von Arbeiterkammer und "Verein Fahrgast

Kritik an der testweisen Erhöhung des Fahrkartenzuschlags kommt von der Arbeiterkammer (AK) und vom "Verein Fahrgast". Der Fahrkartenkauf funktioniere am Automaten manchmal noch immer nicht und kostet oft viel Zeit, meint die AK.

Der "Verein Fahrgast" erklärte, die ÖBB verschlechterten "einmal mehr das Kundendienst-Niveau". In vielen Fällen - etwa wegen defekter Automaten, langer Schlagen am Schalter oder zu knappen Umsteigzeiten zwischen Bus und Bahn - sei es oft "gar nicht möglich oder nicht zumutbar, vor Antritt der Fahrt eine Fahrkarte zu erwerben". (APA)

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    Mehr Kunden sollen schon vor Fahrtantritt das Ticket erwerben - AK und "Fahrgast": Automaten funktionieren oft nicht

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