Todesurteil für weiteren Bali-Attentäter

3. Oktober 2003, 14:58
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Schuld von Ali Ghufron alias Mukhlas sei bewiesen - Insgesamt 34 Angeklagte - Fehler bei Bombenbau in Bali rettete Hunderten das Leben

Denpasar/Sydney - Ein dritter islamischer Extremist ist wegen des Bombenanschlags von Bali am Donnerstag von einem indonesischen Gericht in Denpasar zum Tode verurteilt worden. Die Schuld von Ali Ghufron alias Mukhlas sei bewiesen, sagte der Vorsitzende Richter. Bei dem Attentat waren am 12. Oktober 2002 mindestens 202 Menschen getötet worden. Sechs der Opfer waren Deutsche, 88 Australier.

Mukhlas' jüngerer Bruder Amrozi war Anfang August wegen seiner Beteiligung an den Anschlägen als erster von insgesamt 34 Angeklagten zum Tod durch Erschießen verurteilt worden. Er legte jedoch ebenso wie der Anfang September zum Tode verurteilte Imam Samudra Berufung gegen das Urteil ein. Muklas anderer Bruder, Ali Imron, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Fehler bei Bombenbau in Bali rettete Hunderten das Leben

Fehler beim Bau der vor einem Jahr auf der indonesischen Ferieninsel Bali explodierten Bombe haben nach einem australischen Zeitungsbericht Hunderten von Menschen das Leben gerettet. Wie die australische Zeitung "Daily Telegraph" am Mittwoch unter Berufung auf australische Polizeibeamte berichtete, explodierte weniger als ein Drittel des Sprengstoffs. Mehr als zwei Drittel der 1,1 Tonnen eines Gemischs aus Düngemitteln und anderen Chemikalien seien verbrannt statt zu detonieren. Bei dem Anschlag am 12. Oktober 2002 starben 202 Menschen. Hunderte wurden verletzt.

Hätte die Autobombe richtig funktioniert, hätte die Zahl der Todesopfer sehr viel höher sein können, zitierte das Blatt einen Beamten. Keiner der etwa 500 Besucher im Sari Club und in Paddy's Pub hätte in diesem Fall eine Überlebenschance gehabt. Zudem hätte die Bombe genügend Sprengkraft besessen, um Gebäude im Umkreis von mehreren hundert Metern zu zerstören.

Wegen des Bombenanschlags wurden inzwischen zwei Angeklagte zum Tode verurteilt. Ein anderer erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Gegen zwei Komplizen wurden am Montag Haftstrafen von 12 bzw. 15 Jahren ausgesprochen. Die indonesische Polizei hatte im Zusammenhang mit dem Anschlag mehr als 30 Verdächtige festgenommen. Verantwortlich für den Anschlag machen Fahnder die radikal-islamische Organisation Jemaah Islamiya. Die Gruppe soll mit dem Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden in Verbindung stehen. (APA/dpa/AP)

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    Beim Anschlag am 12. Oktober 2002 starben 202 Menschen. Hunderte wurden verletzt.

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    Der 43-jährige Ali Ghufron bei seiner Verurteilung zum Tode durch Erschießen am 2. Oktober 2003.

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