Planung für die Zeit nach Maier beginnt

2. Oktober 2003, 21:55
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Ski: ÖSV versucht Gesamtweltcupsieger auszubilden

Wien/Innsbruck - Es ist nicht so, dass Sportler grundsätzlich politikresistent sind. Hermann Maier, der am Wochenende in Wien anlässlich des Tags des Sports bestätigte, sein Antreten zum Saisonauftakt Ende Oktober in Sölden (RTL) sei einer Entzündung der Patellasehne (rechtes, vom Motorradunfall verletztes Bein) wegen nicht gesichert, unterstützt Arnold "Conan der Barbar" Schwarzenegger. Der einstige Eisenpumper will so gern Gouverneur von Kalifornien werden, Maier ließ ihm nun durch einen Privatradiosender eine Unterstützungserklärung zukommen: "Es wird schwierig, aber ich würd's ihm vergönnen." Nicht gerade euphorisch, aber immerhin. Schließlich half ihm Schwarzenegger damals, als Maier nach seinem Köpfler in Nagano von US-TV-Sendern eingeladen wurde und das Interesse für den Skisport für eine historische Sekunde lang die Alpen überstieg.

Maier (31), der diese Woche Pause macht, trainiert seit heuer in einer "Weltcup 4" genannten Gruppe mit Christoph Gruber, Benjamin Raich, Mario Scheiber und Michael Walchhofer. ÖSV-Alpinchef Hans Pum: "Wir wollen einige Junge in allen vier Disziplinen ausbilden, um einen Gesamtweltcupsieger für die Zeit nach Stephan Eberharter und Hermann Maier zu haben." Eberharter, der nach einer langen Pause einige Zeit allein Aufbau- und erstes Schneetraining betrieb, ist der Gruppe 3 zugeteilt, in der unter anderen die Veteranen Hans Knauss, Christian Mayer und Andreas Schifferer üben.

Pum bezeichnet Maiers Knieschmerzen als "überhaupt nicht tragisch", aber jede Kleinigkeit kann im Kampf um den Gesamtweltcup gegen Eberharter und Bode Miller (USA) ausschlaggebend sein. Pum: "Wenn sich Eberharter und Maier gegenseitig Punkte wegnehmen, kann leicht einer der lachende Dritte sein." In der kommenden Saison ist der Gesamtweltcup mangels WM oder Olympischen Spielen der einzige Lorbeer. Besonders schön fände Pum einen ÖSV-Weltcupsieger in einem expandierenden Skimarkt, wonach es (bei den Herren) nicht aussieht. Eher nach einer Fortsetzung der ÖSV-Dominanz mit Millers Beteiligung. Warum? "Die Deutschen hätten genug Geld für den Aufbau, aber sie verteilen es anders als wir, dort sind Biathleten und Skispringer die Helden."

Pum hilft dem oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) als "privater Sportberater". Pum: "Der Sport hat in Österreich keine Lobby, das will ich mithelfen zu ändern." (josko, DER STANDARD, Printausgabe, 01.10.2003)

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