Anzahl der Drogentoten ging zurück

3. Oktober 2003, 11:33
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Zahl gegenüber 2001 gesunken - Waneck: Wien "einsame Spitze bei Zunahmen" - Alter der Suchtgiftopfer steigt - Mit Grafik

Anzahl der Drogentoten ging zurück Wien - Im Vorjahr starben in Österreich 179 Menschen an den Folgen von Drogenkonsum. Gegenüber dem Jahr 2001 (184 Todesopfer) ist die Zahl der Suchtgifttoten damit leicht zurückgegangen. Es bestehe aber noch kein Grund zur Entwarnung, sagte Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck (FP) am Dienstag bei der Präsentation der Zahlen in Wien.

Die Statistik weist 139 direkt und 40 indirekt mit Suchtgift in Zusammenhang zu bringende Todesfälle aus. In Wien starben 75 Menschen an den direkten Folgen des illegalen Drogenkonsums (Überdosis, Ersticken, Erbrechen). Der Anteil der unter 20-Jährigen an den Toten liegt bei 13 Prozent, der Anteil der 20- bis 29-Jährigen bei 31 Prozent, jener der 30- bis 39-Jährigen bei 34 Prozent und der über 40-Jährigen bei 22 Prozent.

Durchschnittsalter der Drogentoten steigt

Das Durchschnittsalter der Drogentoten stieg im Jahr 2002 auf 32 Jahre an. 1993 lag es noch bei 26 Jahren. Insgesamt war die Zahl der Suchtgiftopfer in den vergangenen Jahren in Österreich relativ konstant. Lediglich im Jahr 2000 gab es einen statistischen Ausreißer nach oben, es wurden 227 Todesopfer gezählt. Das aktuelle Hauptproblem ist laut Waneck so genannter Mischkonsum von Suchtmitteln.

"Verwundert" zeigt sich der Wiener Drogenkoordinator Michael Dressel über die Kritik Wanecks, dass Wien "einsame Spitze bei der der Zunahme" bei den Drogentoten sei. Die Anzahl der direkt suchtbezogenen Todesfälle sei in der Bundeshauptstadt seit Mitte der Neunzigerjahre deutlich zurückgegangen und könne eindeutig als "stabil" bezeichnet werden, erklärte Dressel in seiner Reaktion darauf.

"Erfreulich"

Zum vergleichsweise hohen Anteil Wiens an der Zahl der Drogentoten hält Dressel fest, dass dieser im langjährigen Durchschnitt bei 56 Prozent liege. Im Jahr 2002 liege man damit um fünf Prozent unter diesem Schnitt, wie die aktuelle Statistik zeige.

Insgesamt sei es "erfreulich", dass die absoluten Zahlen an drogenbezogenen Todesfällen 2002 gesunken sind. "Insbesondere deshalb, weil die Bundesländer 2001 noch eine Steigerung um 20 Prozent zu verzeichnen hatten", so Dressel. (red/DER STANDARD; Printausgabe, 1.10.2003)

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