General Clark erklärt, "was schief lief"

1. Oktober 2003, 18:42
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Abrechnung mit Irakpolitik Bushs

New York - Als er sich vor einem Senats- hearing im September 2002 im Pentagon aufhielt, schreibt General Wesley Clark, war er "enttäuscht zu erfahren, dass es erst einige wenige Diskussionen über die Nachkriegsplanung gegeben hatte. ,Kein beliebtes Thema im dritten Stock' (wo die Verteidigungspolitik von Zivilisten gemacht wird), wurde mir gesagt." Leicht süffisant und gleichzeitig beinhart beurteilt der demokratische Präsidentschaftskandidat in einem Artikel ("Iraq: What Went Wrong") in der The New York Review of Books die Irakpolitik der Bush-Regierung.

Drei große Fehler ortet der frühere Nato-Oberbefehlshaber: Erstens ist das Pentagon durch zu geringe Truppenstärke im Irakkrieg exzessive Risiken eingegangen (was laut Clark einige US-Soldaten das Leben gekostet hat - ein schwerer Vorwurf). Zweitens war die Nachkriegsplanung völlig ungenügend, die das Weiße Haus im Jänner 2003 allein dem Pentagon zugewiesen hatte. Drittens bringt sich die Bush-Regierung um die Unterstützung und die Ressourcen ihrer Alliierten, indem sie sich weigert, die Autorität im Irak mit ihnen zu teilen. Die anstehenden Entscheidungen dort könne jedoch keine Macht, auch die Supermacht USA nicht, allein treffen. Und trotz Saddam Husseins Sturz hätten die Folgen des Irakkriegs den Antiterrorkrieg bisher eher beeinträchtigt, als ihm geholfen. (guha, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 1.10.2003)

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    General Wesley Clark, demokratischer Präsidentschaftskandidat

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