Josef Guggenmos 1922-2003

10. Oktober 2003, 11:39
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Kinder mit Versen "wacher, furchtloser und fröhlicher machen"

Irsee - Alte Fotos zeigen das Kind Josef inmitten jener üppigen Blumenwiesen, die sein Geburtshaus im bayerischen Allgäu umbrandeten. In ihnen wimmelte es von jenen Helden, die er in seinen Gedichten anderen, weniger naturverwöhnten Kindern bekanntmachte: Schmetterlinge, Ameisen - und Mäuse: Josef Guggenmos ist zu danken, dass Tausende von Kindern heute genauestens Bescheid wissen über die geheimen Gedanken der Nager und die obligatorische Frage: "Was denkt die Maus am Donnerstag?" ohne Zögern korrekt beantworten: "Dasselbe wie an jedem Tag." Naturgemäß.

Am 2. Juli 1922 war Josef Guggenmos in Irsee geboren worden, wollte in seiner Jugend Benediktinerpater werden, entschied sich dann aber doch für ein Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Archäologie. Als Übersetzer der Verse von R. L. Stevenson entdeckte er die Faszination für Kindergedichte und die Möglichkeit, Kinder mit Versen "wacher, furchtloser und fröhlicher zu machen". Schon 1956 erschienen seine ersten Verse für Kinder, Lustige Verse für kleine Leute, der berühmte Band Was denkt die Maus am Donnerstag (1967) erhielt den Deutschen Jugendbuchpreis und dreißig Jahre später zog auch Österreich nach und bedachte den Allgäuer mit dem "Österreichischen Staatspreis für Kinderliteratur".

Bereits am letzten Mittwoch starb Josef Guggenmos 81-jährig an Leukämie. (cia/DER STANDARD, Printausgabe, 01.10.2003)

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    Guggenmos, unter anderem bekannt durch seine mehr als 1000 Gedichte, ist im Alter von 81 Jahren im schwäbischen Irsee gestorben.

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