Graz: "herbst" und Co. gegen neue Diagonale
Graz - Mehrere Grazer Kulturinstitutionen unterstützen den Aufruf zahlreicher österreichischer Filmschaffender, die neue Diagonale unter Miroljub Vuckovic und Tillmann Fuchs zu boykottieren. Sie wollen nicht mit dem "Festival des Österreichischen Films" kooperieren.
Unterzeichnet wurde eine diesbezügliche Erklärung bisher unter anderem vom Forum Stadtpark, dem Grazer Kunstverein, der IG Kultur Steiermark, dem Kulturzentrum bei den Minoriten, dem Kunstverein W.A.S., rotor, dem Theater im Bahnhof und der Zentralvereinigung Österreichischer Architekten - Sektion Steiermark. Bereits am Montag erklärte die Interessengemeinschaft österreichischer Dokumentarfilmer "dok.at", auf der Diagonale 2004 keine Veranstaltungen zu organisieren.
Peter Oswald vom "steirischen herbst" schloss sich im Gespräch mit dem STANDARD der ablehnenden Haltung an: "Filmemacher wie Michael Haneke, Barbara Albert, Goran Rebic und andere, auf die dieses Land stolz sein müsste, zu überhören und zu übergehen - das ist nicht akzeptabel." Der "herbst" würde eine Gegen-Diagonale "moralisch unterstützen". Den Landes- und Stadtpolitikern rät der "herbst"-Intendant dasselbe.
Alarmiert zeigte sich dem STANDARD gegen über der Grazer VP-Kulturstadtrat Christian Buchmann: Er sei mit der alten und der neuen Diagonale-Leitung ebenso permanent im vermittelnden Gespräch wie mit Kunststaatssekretär Franz Morak. "Man muss die Sorgen der Filmschaffenden ernst nehmen", so Buchmann. (cp, irr, APA/DER STANDARD, Printausgabe, 1.10.2003)