Neues Arbeitszeitmodell bei VW

6. Oktober 2003, 17:25
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Hartz kündigt "demographische Arbeitszeit" an: Jüngere arbeiten länger, Ältere kürzer - IG Metall will Vorschläge "diskutieren"

Wolfsburg - Europas größter Autokonzern Volkswagen (VW) will die Arbeitszeit in seinen sechs westdeutschen Automobilwerken weiter flexibilisieren. VW-Personalvorstand Peter Hartz kündigte am Dienstag in Wolfsburg ein Modell an, das eine gestufte Lebensarbeitszeit zwischen 40 und 30 Wochenstunden vorsieht. "Wir schlagen unseren Tarifpartnern eine demografische Arbeitszeit vor", sagte Hartz.

Über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt wurde Hartz Mitte des Jahres, als Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ihn an die Spitze der Kommission zur Reform des Arbeitsmarktes berief.

40-Stundenwoche für Jüngere

Sein neues Modell für VW sieht vor, dass jüngere Beschäftigte 40 Wochenstunden einsteigen und mit fortschreitendem Alter schrittweise auf 30 Stunden verkürzen. Während eines Beschäftigungslebens soll sich die Arbeitszeit auf 35 durchschnittlich Wochenstunden belaufen. Dies käme allerdings einer Verlängerung der Arbeitszeit bei VW gleich. Für andere Vorschläge zum Lebensdurchschnitt zeigte sich Hartz daher offen. Bei Volkswagen gilt zur Zeit die Vier-Tage-Woche bei 28,8 Wochen-Stunden.

Die Gewerkschaft IG Metall hat unterdessen ihre Bereitschaft zu Gesprächen über die neuen Pläne von VW signalisiert. Diese Art Lebensarbeitszeitkonto sei eine Möglichkeit, Beschäftigung für ältere Arbeitnehmer sicherzustellen, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine am Dienstag in Wolfsburg. "Darüber werden wir nachdenken und diskutieren müssen."

"Job Family"

Ebenfalls zur Diskussion stellte Hartz seine Idee der "Job Family". Ähnlich gelagerte Tätigkeiten sollen in Gruppen zusammengefasst und ihre Tätigkeiten stärker nach Leistung bezahlt werden. Für die Anwesenheit im Unternehmen ist zudem eine neue Aufteilung vorgesehen. Neben der Arbeitszeit soll es eine Qualifizierungs-, eine Kommunikations- und eine Gesundheitszeit geben. (APA/Reuters/dpa)

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    Die Frage, wie sich die Arbeit besser verteilen ließe, beschäftigt Peter Hartz zuweilen - Mit der Einführung der 28,8 Stunden-Woche sorgte VW 1993 für Furore

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