Verwaltungsrat: Von USA gesetzte Frist für Verfassung zu kurz

1. Oktober 2003, 18:45
13 Postings

Dem Volk müsse ausreichend Zeit gegeben werden, um vor einem Referendum den Entwurf zu verstehen und zu diskutieren

Bagdad - Der irakische Verwaltungsrat hat am Dienstag die von den USA genannte Frist von sechs Monaten für die Ausarbeitung einer Verfassung als zu knapp bezeichnet. Der Sprecher des Vorsitzenden Ahmad Chalabi, Entifadh Kanbar, erklärte, natürlich wolle sich das Land so schnell wie möglich eine Verfassung geben. Zunächst müsse dem Volk jedoch ausreichend Zeit gegeben werden, um vor einem Referendum den Entwurf zu verstehen und zu diskutieren.

US-Außenminister Colin Powell hatte vorgeschlagen, dass es im Irak innerhalb von sechs Monaten eine neue Verfassung geben und dass in wenig mehr als einem Jahr eine eigene Regierung gewählt werden soll. "Ich denke nicht, dass sechs Monate ausreichen werden, aber wir müssen abwarten", sagte Kanbar. Ein Komitee mit 25 Mitgliedern berät seit Wochen über einen Verfassungsentwurf. Themen wie die Rolle des Islams und die Machtverhältnisse zwischen den ethnischen Gruppen haben die Beratungen jedoch immer wieder verzögert.

Der Verwaltungsrat erklärte, Mitglieder der heute verbotenen Baath-Partei könnten möglicherweise an ihre Arbeitsplätze in den Behörden zurückkehren. In den Ministerien sollten Komitees gebildet werden, die nach einer Prüfung über die Wiedereinstellung entscheiden sollten.(APA/AP)

Share if you care.