SPÖ startet "Chance Rot-Weiß-Rot"

1. Oktober 2003, 09:59
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Gusenbauer auf Austro- Tour - Neues Motto als Leitfaden für nächste Nationalratswahl - Kostenpunkt: 250.000 Euro - ÖVP: Alles geklaut

Parteichef Alfred Gusenbauer auf tausend Plakaten, dazu eine Tour durch alle Bundesländer: Die SPÖ setzt zu einem Zwischenwahlkampf an, der inhaltlich bis zur nächsten Nationalratswahl halten und Schwung für die nächsten Landtagswahlen bringen soll.

Wien – 2400 Einzelbilder, Postkartenmotive aus ganz Österreich, die zusammengesetzt das Porträt Alfred Gusenbauers vor blauem Hintergrund ergeben: Auf rund 1000 Plakatständern soll das Motiv in den kommenden Wochen in ganz Österreich affichiert werden und so die "Herbstoffensive" der SPÖ optisch begleiten.

Der Parteichef selbst soll in jedem Bundesland gemeinsam mit den jeweiligen Spitzenpolitikern eine Diskussionsveranstaltung abhalten, 40.000 Parteifunktionäre werden auf Gemeindeebene für die Inhalte werben, mit denen die SPÖ die nächsten Monate politisch bestreiten will. Der jetzt geknüpfte Leitfaden soll bis zur nächsten Nationalratswahl halten, wünschten sich die beiden Bundesgeschäftsführer Doris Bures und Norbert Darabos bei der Präsentation des Plakats.

Auf inhaltliche Details wollten sie jedoch nicht eingehen, die will Gusenbauer selbst heute, Mittwoch, präsentieren. Abgedeckt werden jedenfalls die großen Themenfelder Wirtschaftspolitik, Pensionen, Gesundheit, Bildung und Forschung, Familien, Staatsreform, Sicherheit und Außenpolitik.

Bekannte Positionen wie die Forderung nach einer raschen Steuerreform im Ausmaß von zwei Milliarden Euro oder die Anhebung der Forschungsquote auf 2,5 Prozent vom BIP sind ebenso darunter wie nicht näher ausgeführte Vorschläge zur Staatsreform. Dem "Versagen der Regierungspolitik", ihren Steuererhöhungen, der steigenden Arbeitslosigkeit und dem Versuch, eine "Zwei-Klassen-Medizin" zu etablieren, wolle die SPÖ ein Konzept für einen Kurswechsel gegenüberstellen, sagte Darabos. Die Kampagne sei mit 250.000 Euro sehr sparsam und gehe außerdem nicht auf Kosten der Steuerzahler wie die Werbeaktionen der Regierung, ergänzte Bures.

Eher sauer reagierten die SP-Funktionäre auf die Begründung des ORF, warum kein Kamerateam zu dieser Veranstaltung geschickt worden war: Weil künftig nur noch Veranstaltungen mit Parteivorsitzenden entsprechend gecovert würden. "Für den Reinhold Lopatka haben's am Montag aber noch Zeit gehabt", ätzte Darabos.

Der VP-Generalsekretär bezeichnete die SP-Kampagne umgehend als Plagiat. "Alles nur geklaut", meinte Lopatka und verwies darauf, dass eine "Collage von ÖVP-Slogans" verwendet worden sei: "Rot- Weiß-Rot" sei schon seit Oktober 2000 das Arbeitsmotto von Innenminister Ernst Strasser. Zudem habe schon Ursula Stenzel 1999 anlässlich der Europawahl mit dem Slogan "Besser für Österreich" geworben. FP-Generalsekretärin Magda Bleckmann warf der SPÖ vor, nur "Plattitüden und Phrasen" zu verwenden. (kob/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.10.2003)

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    Bures und Darabos enthüllen den neuen Gusenbauer

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