Belgischer Terror-Prozess endet mit Höchststrafe

2. Oktober 2003, 14:31
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Früherer Fußball-Profi zu zehn Jahren Haft verurteilt - Anschlag auf US-Stützpunkt geplant

Brüssel - Der frühere Fußballprofi Nizar Trabelsi ist wegen eines versuchten Bombenanschlags der Terror-Organisation El Kaida auf einen US-Militärstützpunkt in Belgien zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Ein Brüsseler Gericht verhängte nach einem viermonatigen Terrorprozess am Dienstag die Höchststrafe gegen den Tunesier, der 1989 für den damaligen deutschen Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf spielte und mittlerweile Mitglied der Terror-Organisation El Kaida von Osama bin Laden ist.

Attentat auf Massud

Ein weiterer Tunesier wurde zu sechs Jahren Haft wegen seiner Beteiligung am Attentat auf den afghanischen Taliban-Gegner Achmed Schah Massud am 9. September 2001 verurteilt. Massud war von zwei Selbstmord-Attentätern getötet worden, die zur Tatzeit belgische Pässe trugen. 20 weitere Angeklagte wurden zu Haftstrafen bis zu fünf Jahren verurteilt. Ein Angeklagter wurde freigesprochen.

Der 33-jährige Trabelsi hatte zugegeben, einen Anschlag mit einer Autobombe auf den US-Luftwaffen-Stützpunkt Kleine Brogel geplant zu haben. Dort sind rund 100 US-Militärs stationiert. Unbestätigten Berichten zufolge sollen dort auch Atomwaffen gelagert sein. Trabelsi lernte nach eigenen Angaben Osama bin Laden in Afghanistan kennen. Er war zwei Tage nach den Anschlägen vom 11. September verhaftet worden. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Bild aus vergangenen Tagen: Nizar Trabelsi bei einem Match von Sfax gegen El-Manzeh in Tunis

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