UNHCR: Hunderte Liberianer fliehen täglich nach Guinea

2. Oktober 2003, 14:52
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Ab heute soll UNO-Friedenstruppe für Sicherheit sorgen - USA ziehen ab

Genf - Wegen des Bürgerkriegs in ihrem Land fliehen nach UNO-Informationen täglich hunderte Liberianer ins Nachbarland Guinea. In dieser Woche seien bereits 1.300 Flüchtlinge aus dem westafrikanischen Staat an den guinesischen Grenzübergängen Bignamou und Baala gezählt worden, sagte der Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Peter Kessler, am Dienstag in Genf. Kessler zufolge gaben die Flüchtlinge an, vor drohenden Rebellenangriffen im nördlichen Bezirk Lofa geflohen zu sein.

In den vergangenen zwei Wochen seien 6.000 Liberianer aus den Bezirken Bong und Nimba im Zentrum des Landes vor Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen der Vereinigten Liberianer für Versöhnung und Demokratie (LURD) nach Guinea geflohen. In der betroffenen Region sollen laut UNHCR erst ab Ende Oktober Soldaten der internationalen Friedenstruppe auf Patrouille gehen.

Berichte über Massenhinrichtungen

Kessler zufolge fliehen viele Menschen aufgrund von Berichten über Vergewaltigungen, Plünderungen und anderen Übergriffen. Es kursierten auch unbestätigte Berichte über Massenhinrichtungen. Auch nach dem Gang von Präsident Charles Taylor ins Exil und der Vereinbarung eines Friedensabkommens zwischen den Bürgerkriegsparteien werden aus Liberia noch vereinzelt Kämpfe gemeldet.

US-Soldaten aus Liberia abgezogen

Die US-Streitkräfte haben am Dienstag ihre letzten Marineinfanteristen aus Liberia abgezogen. Die Truppen verließen das vom Bürgerkrieg zerrüttete westafrikanische Land mit Flugzeugen und Hubschraubern, die sie an Bord ihres Schiffes, der "USS Iwo Jima" brachten. Sie war das letzte der drei US-Kriegsschiffe, die Anfang August vor die Küste von Liberia verlegt worden waren. Ein Militärsprecher bezeichnete die US-Mission in Liberia am Dienstag als beendet.

Ab Mittwoch soll eine UNO-Friedenstruppe für die Sicherheit in dem Land sorgen. Sie löst die Anfang August in Liberia eingetroffenen Soldaten der Westafrikanischen Staatengemeinschaft ab. Die UNO-Truppe soll bis zu 15.000 Soldaten umfassen und ist mit einem robusten Mandat ausgestattet. (APA)

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    Ein nigerianischer ECOWAS-Soldat kontrolliert eine Brücke in Monrovia

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