ESA prüft nach NASA-Vorbild

5. Oktober 2003, 19:22
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Detaillierter Ausweichplan soll vor technischen Mängeln schützen

Bremen - Als Konsequenz aus dem Absturz der amerikanischen Raumfähre Columbia im Februar hat die europäische Raumfahrtagentur ESA eine vorsorgliche, interne Überprüfung nach dem Vorbild der NASA-Untersuchungskommission eingeleitet. Der Bericht soll Ende November dieses Jahres vorgelegt werden, sagte der ESA-Direktor für bemannte Raumfahrt, Jörg Feustel-Büechl, am Dienstag beim Internationalen Raumfahrtkongress in Bremen. Als praktische Konsequenz sei ein detaillierter Ausweichplan entwickelt worden, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.

Prävention

Die NASA-Kommission hatte Anfang September neben der technischen Ursache des Unglücks unter anderem mangelndes Risikobewusstsein der Raumfahrtagentur für den Absturz verantwortlich gemacht. Auch seien Warnungen von Technikern einen Tag vor der Katastrophe nicht weiter geleitet worden.

Die ESA wolle nun präventiv überprüfen, ob die europäische Raumfahrtagentur "den Gehman-Test besteht", sagte Feustel-Büechl mit Bezug auf den Vorsitzenden der NASA-Kommission, Harold Gehman. Die genaue Überwachungsplanung betreffe unter anderem die Transportflüge des europäischen Automated Transfer Vehicle (ATV) zur Internationalen Raumfahrt-Station (ISS), sagte Feustel-Büechl.

Das erste ATV wird zurzeit beim Raumfahrtunternehmen EADS Space Transportation in Bremen gebaut und im Herbst 2007 fertig sein. Die Planungen berücksichtigen zum Beispiel die Rettung der Ladung nach einer Beschädigung des Transport-Shuttles. (APA/AP)

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    ATV: Das Automated Transfer Vehicle

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