BBC: Kirchenfeindlichkeit vorgeworfen

3. Oktober 2003, 14:04
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Bischof nannte drei demnächst zur Ausstrahlung vorgesehene Beiträge als Beispiele

Birminghams katholischer Erzbischof Vincent Nichols hat dem britischen Rundfunk BBC Kirchenfeindlichkeit vorgeworfen. Als Beispiele nannte Nichols vor Journalisten in London drei demnächst zur Ausstrahlung gelangende Beiträge. Dabei gehe es um sexuellen Missbrauch von Minderjährigen in der katholischen Kirche Englands, um einen Film "Sex und die Heilige Stadt" sowie um einen Zeichentrickfilm, in dessen Mittelpunkt ein alter und seniler Papst stehe.

"Höchst anstößig"

Offensichtlich seien bei der BBC Personen tätig, "die der katholischen Kirche mit großer Feindschaft gegenüberstehen", unterstrich der Erzbischof laut Kathpress. Die geplanten Beiträge seien "für jeden Katholiken dieses Landes höchst anstößig". Was den Pädophilie-Skandal in der katholischen Kirche angehe, so seien alle Fälle inzwischen aufgearbeitet. Daher sei es überhaupt nicht einsichtig, warum alte Fälle wieder neu aufgerollt würden. Völlig pietätlos sei es zudem, die Sendung "Sex und die Heilige Stadt" an dem Tag ausstrahlen zu wollen, an dem Papst Johannes Paul II. sein silbernes Amtsjubiläum feiere und die Ordensgründerin Mutter Teresa selig spreche.

Vorwürfe ungerechtfertigt

Ein BBC-Sprecher nannte die Vorwürfe ungerechtfertigt. Der Sender lege größten Wert darauf, alle Religionen "fair" darzustellen. Zudem seien zahlreiche Mitarbeiter katholisch, sogar "einige unserer führenden Moderatoren". (APA)

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