Afrika-Konferenz kritisiert Agrarsubventionen

17. Oktober 2003, 14:35
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Einziger Teil der Welt ohne Entwicklung

Tokio - Teilnehmer der internationalen Afrika-Konferenz in Tokio haben am Dienstag die Agrarsubventionen der reichen Staaten für den Teufelskreis der Armut auf diesem Kontinent verantwortlich gemacht. "Wenn es irgendwo Subventionen gibt, ist es für die Bauern nicht mehr wirtschaftlich, ihre Ernte einzufahren", sagte der Leiter des UN-Welternährungsprogramms (WFP), James Morris, am zweiten Tag der Konferenz mit Teilnehmern aus 140 Ländern.

"Frankreich kann dies nicht akzeptieren"

Kritisiert wurde daher auch die Weigerung insbesondere der EU, sich auf der jüngsten Welthandelskonferenz der WTO im mexikanischen Cancun zu einem umfassenden Abbau von Subventionen in der Landwirtschaft bereit zu erklären. "Afrika ist der einzige Teil der Welt, in dem es keine Entwicklung gibt und in dem sich die Situation verschlechtert", sagte der französische Minister für Zusammenarbeit, Pierre Andre Wiltzer. "Frankreich kann dies nicht akzeptieren - aus grundsätzlichen Gründen und weil es den Frieden gefährdet."

Ein Hauptziel der Konferenz ist es, Unterstützung zu gewinnen für die Initiative Neue Partnerschaft für Afrikanische Entwicklung (NEPAD). Dieser von afrikanischen Staaten entwickelte Plan sieht die Anerkennung von Standards gegen Korruption und bewaffnete Konflikte vor - dies soll dann mehr ausländische Investitionen nach Afrika bringen. Auf den Kontinent entfallen bislang nur 1,5 Prozent der globalen Investitionen. Die japanische Regierung erklärte sich am Montag bereit, für Bildung, Gesundheit und Wasserversorgung in Afrika in den kommenden fünf Jahren eine Milliarde Dollar (870 Millionen Euro) zur Verfügung zu stellen. (APA/AP)

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