UNO prüft Mordserie an Frauen in Mexiko

30. September 2003, 20:08
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Vergewaltigt, gefoltert, erwürgt: Hunderte junge Frauen starben in den letzten zehn Jahren eines gewaltsamen Todes

Mexiko-Stadt - ErmittlerInnen der Vereinten Nationen sollen Licht ins Dunkel einer mysteriösen Mordserie im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua bringen, der in den vergangenen zehn Jahren hunderte junge Frauen zum Opfer fielen. Die sechs UNO-ExpertInnen für Gewaltverbrechen trafen am Montag in der Millionenstadt Ciudad Juarez an der Grenze zu den USA ein. Auf Bitten des mexikanischen Präsidenten Vicente Fox werden sie die örtlichen Behörden bei den bisher erfolglosen Ermittlungen unterstützen.

Ausnahmslos junge Frauen ermordet

In und um Ciudad Juarez starben in den vergangenen zehn Jahren 375 junge Frauen im Alter von 13 bis 27 Jahren eines gewaltsamen Todes. Die Opfer wurden vergewaltigt, brutal gefoltert und anschließend erwürgt. Der oder die Täter ließen ihre Überreste in der Wüste verschwinden. Obwohl die Regierung in Mexiko-Stadt 300 Bundespolizisten entsandte, konnte bisher kein Verdächtiger der Taten überführt werden. Einzig ein Ägypter wurde wegen der Ermordung einer jungen Frau 1995 zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Internationales Aufsehen

Die geheimnisvolle Mordserie und das Versagen der mit der Aufklärung beauftragten Ermittler hatte zuletzt auch international für Unmut gesorgt. Nach US-Frauenrechtlerinnen schaltete sich in diesem Sommer die Menschenrechtsorganisation amnesty international ein und forderte die mexikanische Regierung auf, für die Sicherheit der Frauen in der Region zu sorgen. (APA)

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    Mexikanische Frauen in Trauerkleidung demonstrierten im Februar 2003 vor der Präsidentenresidenz in Ciudad Juarez gegen den Mord an 300 Frauen in den letzten zehn Jahren.
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