Tirol: Frauenleiche in Sack neben Brenner Bundesstraße entdeckt

1. Oktober 2003, 12:52
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Todesursache vorerst unklar - Kriminalabteilung: Von Gewaltverbrechen auszugehen

Innsbruck - Am Montag haben Straßenarbeiter an einer Böschung der B 182, der Brenner Bundesstraße, die in einen Plastiksack gehüllte Leiche einer zwischen 45 und 55 Jahre alten Frau entdeckt. Die vorerst unbekannte, auffällig kleine und gepflegte Frau dürfte schon mindestens drei Tage lang tot sein, erklärten Kriminalisten in Innsbruck. Es sei von einem Gewaltverbrechen auszugehen.

Die exakte Todesursache konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Vorerst gebe es keine Hinweise auf einen sexuellen Missbrauch, auszuschließen sei dieser aber nicht. Die Untersuchungen seien noch im Gange. Die im Zuge der Obduktion festgestellten Verletzungen könnten von Fesselungen an den Handgelenken und Knebelungen stammen, sagte der stellvertretende Leiter der Kriminalabteilung des Tiroler Landesgendarmeriekommandos.

Fundort nicht der Tatort

Die lediglich mit einem Slip und einem Büstenhalter bekleidete Tote war bei Kilometer 12,2 an der Böschung nahe des so genannten Parkplatzes "Windeck" in einer Ausweiche abgelegt worden. Der mit einem orangenfarbenen Kunststoffseil verschnürte Plastiksack war mit Tujen, einem Wurzelstock sowie einem alten Brett abgedeckt. Der Platz sei generell als illegaler Müllplatz verwendet worden. Der Fundort sei nicht der Tatort, so die Krimanilisten. Wie lange die Leiche schon an der Stelle gelegen ist, war zunächst noch unklar.

Opfer abgeseilt

Das Opfer dürfte vielmehr unmittelbar nach der Tat - möglicherweise von einem höher gelegenen Stockwerk - abgeseilt, in ein Fahrzeug gelegt und schließlich zur Ablagestelle gebracht worden sein. "Der Täter muss sich eine Zeit dort aufgehalten haben", meinte der Exekutivbeamte. "Das könnte jemanden aufgefallen sein, wir bitten daher um sachdienliche Hinweise." Da der Boden großporig und sehr trocken war, wurden keine Fußspuren entdeckt. (APA)

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