Schweiz senkt Festnetzgebühren - Deutschland erhöht Telekom-Preise

7. Oktober 2003, 11:20
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Swisscom: Zusammenschaltungsgebühren gesunken - Deutschland erhöht Verbraucherpreise um 2,1 Prozent

Der Schweizer Ex-Monopolist Swisscom senkt die Zusammenschaltungsgebühren (Interconnection Fee) im Festnetz um bis zu 13 Prozent, teilte die Swisscom heute, Dienstag, mit. Alternative Mitbewerber müssen daher künftig weniger für die Nutzung der Swisscom-Telekomnetze zahlen, was die Festnetztarife vergünstigen könnte. In Deutschland sind indes die Preise für Telekom-Dienstleistungen gestiegen.

"Telefonieren noch immer zu teuer"

Der zweitgrößte Schweizer Alternativanbieter Tele2 begrüßte zwar die Preissenkung, telefonieren in der Schweiz sei aber nach wie vor zu teuer. Demnach seien die Gebühren für die letzte Meile - die Verbindung vom Wählamt in den Haushalt - in der Schweiz doppelt so hoch wie im europäischen Durchschnitt. Wie in Österreich oder Deutschland ist auch in der Schweiz der Ex-Monopolist nach wie vor nahezu Alleinherrscher auf der letzten Meile.

Verbraucherpreis gestiegen

In Deutschland sind die Verbraucherpreise für Telekommunikationsdienstleistungen im September im Vergleich mit dem Vorjahr um 2,1 Prozent gestiegen. Wie das deutsche Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag weiters mitteilte, sind die Kosten im Vergleich zum Vormonat um 1,7 Prozent höher ausgefallen. Anschluss- und Grundgebühren erhöhten sich im Monatsvergleich um 8,3 Prozent, dagegen verbilligten sich Ortsgespräche gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent.

Gespräche vom Fest- in das Mobilfunknetz wurden in Deutschland auf Jahressicht um 0,3 Prozent günstiger und blieben im Monatsvergleich konstant. Die Preise für Handygespräche lagen im September um 1,4 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats. Im Monatsvergleich sanken sie um 0,4 Prozent. Die Internet-Nutzung verbilligte sich für die Deutschen gegenüber September 2002 um 1,8 Prozent und im Vormonatsvergleich um 0,6 Prozent.

In Österreich hatte am Montag die Leiterin des Privatkundengeschäftes des Wiener Telekomanbieters UTA im Zuge des Fachkongresses tel.con 2003 gemeint, dass seit der Liberalisierung des Telekommarktes in Österreich im Jahr 1997 die Grundentgelte für Unternehmen zwar gesunken, die Grundgebühren für Private aber um 27 Prozent gestiegen seien.(APA/sda/vwd)

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