Grasser will gegen Betrug vorgehen

6. Oktober 2003, 17:36
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Umsatzsteuerbetrug, Schwarzunternehmer, Zollbetrug: Finanzminister Karl-Heinz Grasser sagt der dunklen Seite der Macht den Kampf an

Wien - Finanzminister Karl-Heinz Grasser bereitet nach eigenen Angaben einen "Aktionsplan" gegen Umsatzsteuerbetrug, Schwarzunternehmertum sowie Zollbetrug vor. Ziel sei es, in den nächsten Jahren 400 Millionen Euro zusätzlich für den Staatssäckel zu lukrieren. Im Vorjahr hätten Umsatzsteuersonderprüfungen 271 Mio. Euro gebracht.

Matznetter begrüßt Pläne

SPÖ-Finanzsprecher Christoph Matznetter begrüßt diese Pläne, kam aber nicht umhin zu betonen, dass Grasser bei sich selbst beginnen sollte: "Für seinen moralischen Anspruch wäre es aber unbedingt von Vorteil, wenn Grasser bei einem Steuerpflichtigen beginnen würde, der bei der Nichtzahlung von Steuern eine besondere Chuzpe an den Tag gelegt hat - nämlich bei sich selbst", formulierte der Oppositionspolitiker.

Die Staatsanwaltschaft will die Ermittlungen um Grassers Homepage "relativ bald" abschließen, hieß es am Dienstag. Der "Verein zur Förderung der New Economy" mit Sitz in der Privatwohnung von Grassers Kabinettschef - bekam von der Industriellenvereinigung 175.000 Euro. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Geschenkannahme durch Beamte sowie vermuteter Abgabenhinterziehung. (DER STANDARD Printausgabe, 1.10.2003, APA)

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    Grasser geht gegen Illegales vor.

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