Tiroler erforschen hochalpine Pflanzen

3. Oktober 2003, 21:46
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Im Rahmen des EU-Projekts geht es um die Auswirkungen der Klimaänderung auf die Vegetation

Innsbruck - Die Auswirkungen der Klimaänderung auf hochalpine Pflanzen erforschen Tiroler Wissenschafter der Universität Innsbruck im Rahmen des EU-Projektes GLORIA auf verschiedenen Südtiroler Gipfeln. "Es sollen die Veränderungen in der Artenvielfalt aufgezeigt werden", erklärte Univ.-Prof. Brigitta Erschbamer vom Institut für Botanik.

Hochgebirge stellen Ökosysteme dar, die sehr sensibel auf Klimaänderungen reagieren. Pflanzen, die in den obersten Höhen wachsen, können sich keinen "neuen Lebensraum" suchen. Durch eine Temperaturerhöhung rücken Gewächse aus niederen Höhenlagen weiter nach oben und verdrängen so jene Pflanzen, die nicht weiter nach oben ausweichen können, erklärte Erschbamer. Dadurch seien vor allem seltene Pflanzen und die so genannten Endemiten - Pflanzen, die nur in einem begrenzten Raum heimisch sind - gefährdet.

Dauerbeobachtungs-Netzwerk

Für das Forschungsvorhaben werden jeweils vier Berge in einer Gebirgsregion nach strengen Kriterien ausgewählt. Im Fall der Innsbrucker Forscher befinden sich diese in den Dolomiten und im Naturpark Texelgruppe in Südtirol. Auf dem jeweiligen Gipfel werden insgesamt 16 genau ausgemessene und abgegrenzte Flächen gekennzeichnet und eingerichtet. Welche Arten wie oft in den so genannten Dauerflächen vorkommen wird dokumentiert.

Zur Feststellung der Bodentemperatur wurde außerdem in jedem Feld ein Datenlogger in zehn Zentimeter Tiefe vergraben. In fünf Jahren sollen die einzelnen Flächen wieder untersucht werden. Mit den gesammelten Daten sei dann eine Aussage über die Veränderung möglich. Bisher habe man diese Möglichkeit nicht gehabt. Es hatten die nötigen Dauerflächen gefehlt.

Im Rahmen des EU-Projektes GLORIA (Global Observation Research Initiative in Alpine Environments-Europe; Anm.) wurde begonnen ein Dauerbeobachtungs-Netzwerk aufzubauen. Die Artenvielfalt soll dabei mindestens alle fünf bis zehn Jahre wieder aufgenommen werden. Das Projekt soll nun weltweit ausgedehnt werden. (APA)

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