Memo an Christian Doppler

3. Oktober 2003, 10:43
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Hochkarätige Wissenschafter treffen sich in Salzburg, um Doppler-Effekt zu diskutieren

Salzburg - In Erinnerung an den Salzburger Physiker Christian Doppler versammelt ein Symposion in den kommenden Tagen international anerkannte Wissenschafter in der Mozartstadt: Sie alle beschäftigen sich in ihrer Forschung mit dem von Doppler entdeckten Effekt. In Astronomie, Medizin, Physik und Raumfahrt spielt die Entdeckung des Salzburgers nach eine große Rolle.

Als Referenten werden unter anderem der Nobelpreisträger Rudolf Mößbauer, der Quantenphysiker Anton Zeilinger oder Theodor Hänsch vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching in Salzburg erwartet. "Wir haben uns bemüht, anerkannte Wissenschafter aus allen Anwendungsbereichen des Doppler-Effektes nach Salzburg zu holen", sagt Univ.-Prof. Peter Eckl, der wissenschaftliche Koordinator des Symposions.

Der Effekt

Der Doppler-Effekt beruht auf der Existenz von Wellen, die von einem Sender ausgesandt und von einem Empfänger aufgenommen werden. Die Frequenz verschiebt sich, wenn sich der Sender einer Welle im Verhältnis zum Empfänger hin- oder wegbewegt. Diese Entdeckung hat in vielen Anwendungsgebieten für Fortschritte in Wissenschaft und Technik gesorgt und wurde von Doppler 1842 in seiner Schrift "Über das farbige Licht der Doppelsterne" erstmals beschrieben.

Anlass für das Symposion ist das Doppler-Jahr 2003 in dem des 200. Geburtstags des Salzburger Wissenschafters sowie des 150. Todestages gedacht wird. Der bekannte österreichische Quantenphysiker Zeilinger vom Institut für Experimentalphysik der Universität Wien wird die Veranstaltung am Donnerstagabend mit einem Festvortrag eröffnen. Er widmet sich dem Thema "Christian Doppler und sein Jahrtausendeffekt".

Anwendungsbereiche

Am Freitag und Samstag stehen Referate zu den unterschiedlichen Anwendungsbereichen des Effekts auf dem Programm: Während die Ultraschalldiagnostik mittlerweile zum Standard der Medizin gehört, gibt es immer neue Anwendungsbereiche wie in der Astronomie. So wird Michel Mayor vom Geneva Observatory die Rolle des Effektes bei der Entdeckung von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems darstellen. Auch die Beobachtung der Erde vom Weltraum aus mit Hilfe von Satelliten - wie mit Envisat - ist ohne Doppler-Effekt undenkbar.

Die Physik ist mit einem Referat von Rudolf Mößbauer zum Stand der Neutrinos-Forschung sowie einem Vortrag zur Bedeutung des Doppler-Effekts in der speziellen Relativitätstheorie vertreten. Das Thema "Sound-Design" im Rahmen der Pkw-Entwicklung wird ebenso behandelt wie Möglichkeiten zur CO2-Reduktion mit Hilfe des Doppler-Effektes. Einen Schwerpunkt bilden auch moderne medizinische Anwendungen des Effektes.

Lebensstationen

Zum Abschluss des Symposions gibt es Referate über die wichtigsten Lebensstationen Dopplers. Dabei würden auch neue Erkenntnisse zu den Lebensstationen des Salzburgers präsentiert, verspricht Eckl. (APA)

Doppler wurde am 29. November 1803 als Sohn einer Steinmetzfamilie in Salzburg geboren. Er studierte in Wien und Salzburg, fand in Prag eine erste Anstellung und wurde 1841 zum Professor für Mathematik und Physik in Prag berufen. Sein Hauptwerk, in dem er den Doppler-Effekt vorstellte, veröffentlichte er 1842. Im Jahr 1850 wurde er zum Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Wien berufen. 1852 starb er in Venedig an den Folgen einer Lungenerkrankung.
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