Irakischer Minister fordert UNO-Personal zur Rückkehr auf

1. Oktober 2003, 18:45
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UNO hat Mitarbeiterzahl im Irak drastisch reduziert: Von ursprünglich 600 bleiben weniger als 50 internationale Mitarbeiter im Land

New York/Genf - Der irakische Migrationsminister hat an die Vereinten Nationen appelliert, in voller Stärke in den Irak zurückzukehren. Das Leid der Menschen in seinem Land werde sonst weiter zunehmen, sagte Mohammed Khudir am Dienstag in Genf auf dem Jahrestreffen des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). Khudir sagte, der internationalen Gemeinschaft müsse ein klares Signal gegeben werden, um eine Lösung für die humanitäre Krise im Irak zu finden. Außerdem müssten militante Gruppen davon abgehalten werden, in dem Land noch mehr Schaden anzurichten.

Das UNHCR habe der Irak nicht aufgegeben, aber es müsse seine Mitarbeiter schützen, erklärte UNHCR-Sprecher Peter Kessler. "Die derzeitige Sicherheitslage ist nicht für eine große UNHCR-Präsenz geeignet." Die jüngsten Anschläge hätten gezeigt, wie problematisch die Situation sei, sagte Kessler der Nachrichtenagentur AFP. Das UNHCR hatte sich im Irak vor allem um etwa 100.000 überwiegend palästinensische Flüchtlinge gekümmert.

UNO reduziert Mitarbeiterzahl

Mehr als einen Monat nach dem blutigen Anschlag auf das UNO-Hauptquartier in Bagdad haben die Vereinten Nationen ihr ausländisches Personal im Irak auf unter ein Zehntel der ursprünglichen Stärke reduziert. Die UNO habe derzeit weniger als 50 internationale Mitarbeiter in dem Land, sagte ein Sprecher von UNO-Generalsekretär Kofi Annan am Montag in New York. Der Chef der UNO-Mission in Bagdad, Kevin Kennedy, versicherte, dass die Projekte der Vereinten Nationen trotz des Abzugs hunderter Mitarbeiter weiter laufen würden.

Bereits nach dem verheerenden Anschlag auf das UNO-Hauptquartier am 19. August hatte die Weltorganisation die Zahl ihrer ausländischen Mitarbeiter im Irak von ursprünglich 600 auf weniger als hundert verringert. Am Montag vergangener Woche war der Bagdader UNO-Sitz erneut Ziel eines Selbstmordanschlags, bei dem ein irakischer Wachmann getötet wurde. Neben ausländischen Spezialisten beschäftigt die UNO im Irak etwa 4.000 Einheimische. (APA)

  • Das UNO-Hauptquartier in Bagdad.
    foto: epa/nabil mounzer

    Das UNO-Hauptquartier in Bagdad.

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