USA wollen Kritik aus Europa in neuer Irak-Resolution berücksichtigen

30. September 2003, 16:53
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Sprecher Boucher: Beachten Forderung nach stärkeren Rolle der UNO

Washington - Die USA wollen mit einem veränderten Entwurf einer Irak-Resolution für den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf die Kritik aus Europa reagieren. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, sagte dazu am Montag, der veränderte Entwurf werde konkret die Schritte darlegen, wie den Irakern wieder die volle Kontrolle über ihr Land zurückgegeben werden solle. Außerdem werde in dem Entwurf die Forderung nach einer stärkeren Rolle der UNO im Nachkriegs-Irak berücksichtigt. Dies war unter anderem von Frankreich und Deutschland vorgetragen worden.

Am Sonntag hatte US-Außenminister Colin Powell im US-Fernsehen erklärt, mit der Vorlage des neuen Resolutionsentwurfs sei binnen weniger Tage zu rechnen. Der Entwurf werde die in den letzten Tagen am Rande der Vollversammlung der UNO geführten Diskussionen berücksichtigen. Boucher lehnte es vor Journalisten in Washington ab, einen konkreten Zeitplan zu nennen. Er sagte aber, es bestehe die Absicht, den Entwurf "in den nächsten paar Tagen" zirkulieren zu lassen.

Die USA erhoffen sich von möglichst vielen Regierungen konkrete Zusagen, was die Gewährung der Sicherheit im Irak und den Übergang zur Demokratie im Nachkriegs-Irak betrifft, um dort nicht auf lange Sicht hin weiter die Hauptlast tragen zu müssen. Die Verabschiedung der Resolution durch den Sicherheitsrat sollte möglichst vor der für 23. Oktober beginnenden Geberkonferenz für den Irak in Madrid abgeschlossen sein, sagte Boucher.

Bisher stellen die USA und Großbritannien rund 140.000 der insgesamt 150.000 ausländischen Soldaten im Irak. US-Präsident George W. Bush hat beim Kongress für den Wiederaufbau im Irak rund 20 Milliarden Dollar beantragt. Die Zusagen anderer Nationen belaufen sich auf rund 500 Millionen Dollar. Boucher sagte: "Das sehen wir noch nicht als das letzte Wort in dieser Sache an. Wir halten immer Ausschau nach substanzielleren Verpflichtungserklärungen". (APA/Reuters)

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