Grünes Licht für französische CNN-Konkurrenz

3. Oktober 2003, 14:04
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Private und öffentliche Sender sollen ehrgeiziges Projekt bis Ende 2004 auf die Beine stellen

Frankreichs größte Fernsehsender sollen zusammen eine französischsprachige CNN-Konkurrenz lancieren. Premierminister Jean-Pierre Raffarin gab am Montag in Paris grünes Licht für ein Gemeinschaftsprojekt des Privatsenders TF1 mit der öffentlich-rechtlichen Senderkette France Televisions. Das derzeit noch "Chaine d'information internationale" (CII) getaufte Vorhaben soll bis Ende 2004 starten und eine französische Sicht der Welt bieten, die nötiger sei als je zuvor, erklärte Raffarin. Erste Einzelheiten sollen am kommenden Dienstag vorgelegt werden.

Der Chef von France Televisions, Marc Tessier, sagte dem Pariser "Figaro", durch die Konstruktion aus zwei eigenständigen Gruppen mit unterschiedlicher Sender-Logik könne niemand den Vorwurf erheben, das neue Programm stehe unter der Fuchtel der Regierung.

Frankreich soll verstärkt am "Kampf der Bilder" teilnehmen

Staatschef Jacques Chirac will, dass sich Frankreich verstärkt am "Kampf der Bilder" beteiligt. Die Schaffung eines neuen Senders, der bei geringerem Etat inhaltlich mit der britischen BBC und dem US-Sender CNN konkurrieren können soll, sei eine "legitime Ambition für unser Land".

Das private TF1 ist das meist gesehene Programm in Frankreich und betreibt mit LCI bereits einen eigenen Nachrichtensender. France Televisions betreibt das landesweite Programm France 2 und die regionale Kette France 3. Der Pariser Rechnungshof mahnte bereits an, Frankreich solle seine verstreuten Radio- und Fernsehaktivitäten für das Ausland neu ordnen. Für den Auslandsrundfunk ist das Pariser Außenministerium zuständig, für die inländischen Medien das Kulturministerium. (APA/AFP)

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