FPÖ und ÖVP durch Nichtwähler geschwächt

1. Oktober 2003, 16:17
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Insgesamt 335.000 gingren nicht zur Urne - SPÖ konnte Freiheitlichen und Volkspartei Stimmen abnehmen

Die größten Verluste mussten FPÖ und ÖVP durch Nichtwähler hinnehmen. In Oberösterreich blieben 46.000 ehemalige FPÖ-Wähler zu Hause, in Tirol 38.000. Auch die ÖVP wurde durch Nichtwähler geschwächt. In Oberösterreich verlor die ÖVP 12.000 Stimmen an das Segment der Nichtwähler, in Tirol waren es sogar 37.000. Aber auch die SPÖ, die in Tirol zwar zulegen konnte, wurde von ehemaligen Wählern im Stich gelassen. 9000 Wähler, die zuletzt der SPÖ ihre Stimme gaben, wählten diesmal nicht.

Die oberösterreichische SPÖ hat ihren starken Stimmenzuwachs vor allem zwei Faktoren zu verdanken: Sie konnte jeden fünften früheren FPÖ-Wähler (34.000 Stimmen) zu sich locken, und sie hat fast jeden ihrer Wähler von 1997 halten können. Allerdings wanderten auch 36.000 Wähler von der ÖVP zur SPÖ.

93 Prozent der früheren SPÖ-Wähler (202.000 Personen) haben auch am Sonntag ihr Kreuzerl wieder bei den Sozialdemokraten gemacht. Nur ein Prozent ihrer Wähler sind dieses Mal nicht zur Wahl gegangen. Zwei Prozent haben sich diesmal für die Grünen entschieden.

Die FPÖ hat nur 33 Prozent ihrer Wähler von 1997 halten können, 27 Prozent sind zu Hause geblieben. Von den anderen Parteien profitierte am meisten die SPÖ. 20 Prozent der FPÖ-Wähler wanderten zur SPÖ, 16 Prozent zur ÖVP. Zu den Grünen gingen drei Prozent der früheren FPÖ-Wähler.

Die ÖVP konnte 82 Prozent ihrer Wähler halten. Elf Prozent wanderten zur SPÖ, drei Prozent zu den Grünen, ein Prozent zur FPÖ, und vier Prozent von 1997 gingen am Sonntag nicht zur Wahl.

Die Grünen profitierten in Oberösterreich vor allem von ehemaligen ÖVP-Wählern (10.000) und ehemaligen Nichtwählern (6000). Das Stammklientel konnte weit gehend gehalten werden. Zwölf Prozent wanderten aber zur SPÖ ab.

Die Niederlage der FPÖ bei der Landtagswahl in Tirol war großteils hausgemacht. Die Freiheitlichen konnten nur jeden fünften Wähler der letzten Wahl halten, mehr als die Hälfte ihrer Wähler von 1999 blieb zu Hause. Am besten konnten die Grünen ihr Potenzial mobilisieren: Vier von fünf Wählern von 1999 machten am Sonntag wieder das Kreuz bei den Grünen.

Abgesehen von den Nichtwählern konnte am meisten die ÖVP von den Verlusten der FPÖ profitieren. 15 Prozent oder 11.000 Wähler wanderten von den Freiheitlichen zur Volkspartei. Die SPÖ konnte sieben Prozent (5000 Personen) der ehemaligen FPÖ-Wähler gewinnen. (völ)

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